Ausgabe 
7.4.1767
 
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mein kleiner Liebling würde anfangen, mich aus Ueberdruß und Furcht zu fliehen. Ich will mich zu dem Kinde herablassen, unter seine Spiele mich mischen, seine Neigungen ausspähen, sie unvermerckt zur -Ordnung und Billigkeit lencken; so lange es spielend unterrichten bis es selbst anfängt nach 'Wahrheit und Tugend zu fragen und Spiele vergißt: Selbst spie­lend will ich es in den kleinern Bezirck der Welt führen: sehen, welche Gespielinnen es wählet, wie es sich unter dieser oder jener Gestalt gegen sie verhält -- ob es z. E. stoltz scheinet wenn es als eine kleine Beher- scherin oder Frau-Befehle giebt, ob es gern und lang sich putzt, ob es ih­ren kleinen Bedienten verächtlich begegnet; auf jede junge ausblühende Lei­denschaft acht haben und sie lencken. Und so werde ich ohnvermerckt und spielend den Vortheil gewinnen daß es sich nicht vor mich verbergt oder Empfindungen sucht um mich oder meine Wachsamkeit zu hintergehn - ich werde des Kindes Freund werden.

Jetzt ist es an der ersten Stufe seiner Kentniß. Doris die schon in derZeit da sie noch gänzlich mst SMlen umgeben war, einige Strophen aus des Gellerts geistlichen Liedern gelernt; auch bey einen heftigen Gewitter er­mahnt wurde sich nicht ängstlich zu fürchten und immer fromm zu seyn weil GOtt die Frommen in seinen Schutz nimt. - Doris die bey noch.mehre­ren Gelegenheiten von einem gütigen GOtt gehöret hat, sänget nun an zu fragen: Wer der GOtt ist? Wo er ist; Und ob man nicht zu ihm kommen kann ? Doris wird aufmercksam. Sollen wir nun nach der all­gemeinen und so verwerflichen Art, -des Kindes Verlangen durch schwere und dunckle, auch wohl abgeschmackte Begriffe ermüden? Nein meine. Liebe j ich will es versuchen ihm GOtt als einen weisen Schöpfer und Er­halter, als einen Freund und Beschützer seiner Geschöpfe und der Tugend;, und zugleich als einen ernsten Richter der Bösen zu. mahlen - als einen GOtt der uns überall zwar gegenwärtig, dessen Heiligkeit und Herrlichkeit aber das menschliche Auge zu sehen nicht vertragen kan; und zu dem mir endlich nicht-anders,als nach dem Tode durch wahre Frömmigkeit gelangen kön-i nen. Jchkwerde ihm , um es zu der höhern Würde seiner (Seelen zu füh­ren zuweilen von den immer um ihn.schwebenden Engel als heilige Wäch­ter und Beschützer unserer Handlungen sagen und es durch die Gegenwart dieser von GOtt gewürdigten Zeugen immer zu n^ehrcrer Aufmercksamkert auf sich selbst gewöhnen und eigen edlern Stoltz einfiöffen. Die süsse Pflicht GOtt über alles und seitW Ne^muenschen als,sich selbst, zu lieben vpn der. reizenden iGejre zeigenreöstühe lernen gefällig, liebreich, mitleidig -»