Ausgabe 
3.3.1767
 
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Wiesstsche wöchentlich- DeWM Mtzeigen unfc Wachrichten Neuntes Stück.

Dienstags den zeen März. 1767;

Mit Hochfürstl. Hessen- Darmstädtischer gnädigsten Erlaubnis.

Von dieser bekannten jungen Verfasserin wünschen wir mehr dergleichen angenehme Zuschriften zu erhalten als diejenige ist, die wir hier un­fern Lesern miktheilen.

Meine Herren!

bin ein junges Frauenzimmer, welches schon seit einigen Jahren den Verlust der besten Eltern beweint, und daher auch genöthigek, früher als sonst wohl geschiehet durch eigene Versuche die-Welt ken­nen zu lernen. - - So sicher es ist, daß diese Kentniß schwer und oft mit vieler Bitterkeit verknüpft ist, so wahr ist es zugleich, daß uns jene Wis­senschaft sehr weit zurück läßt, so lange wir noch mit unserer eigenen Mo­ralität nicht recht wohl bekant fepn. Die Kentniß der Welt (oder wie es eigentlich heissen sollte) die Leiitm'ß des Menschen wird heute zuTage so begrenzt, - so zusammengezogen, daß man fast jeden, der etwas mit einem gewissen Anstand zu sagen gelernt - oder der uns, (GOtt weis aus was vor Absichten, an welchen das Herz oft wenig Antheil hat) etwas verbünd- liches sagt, eine grose Kentniß der Welt zuschreibt, oder vor einen Mann von Welt erklärt. - - Mir gefält der Begrifvon den Pflichten der fei- nern Lebensart, der Geselligkeit und der süssen Harmonie unter den Men-

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