Meffsche wöchentlich- WMM Dltzttzcy un6 Nachrichten. Neun und dreißigstes Stück.
Dienstags den roten Sept. 1766.
MitHochfurstl. Hessen,- D-irmstädtisch-r gnädigsten Erlaubnis.
ifC^ein Freund, welcher mich neulich, wie sich meine Leser noch erin, nern werden, verliest in die Betrachtung des Tode» ausdemGok, ®n@yj teöacfcr ankraff, besucht diesen stillen einsamen Ort anitzt so gern, dast ich nicht mehr nöthig habe, ihn dazu aufjmmmtern. Er kommt unge. beten äu mir und ladet mich selbst zu diesem christlich-philosophischen «nanicruanqe ein. So nennt er ihn um deswillen, weil wir die 25t» Achtung des Todes für die wahre Philosophie eines Christen halten. 6|nj.(n Tagen nahmen wir unfern Spatziergang wieder dahin. F>er Inhalt unsrer ersten Unterredung war der eben erwähnte Gedanke, daß Kia Betrachtung des Todes die Philosophie des Christen fey. Wirwund-rlen uns, daß sich so wenig Menschen um tue Erlernung dieser Äofopbie bekümmerten, da sie doch feder Sterbliche wisst» sollte, und ^stunden alle beyde, daß wir nicht wußten, wie ein Mensch nach diesem Leben fi* einiae Glückseeligkeit versprechen könnte, der hier gar nicht daran denkt, vast dereinst ein anders Leben seyn werde. Darauf machte mein Freund die «-gründete Anmerkung, daß diese Philosophie eines Christen eben so leicht ni erlernen sey, als sie ein feder Mensch nothwendig verstehen muffe, wenn «aus jene freudenvolle Glückseeligkeit nach diesem Leden Rechnung machen will. Sie ist leicht i« erlernen, fuhr ler fort; W d« einfältigste Mensch
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