i;o Giesische wSchmtlich- gemeinnützige Anzeigen gend eines Christen eben so gefährlich und ist ein eben so starker Beweis/ , daß man die Ehre des Christen noch mcht recht kennt, als der erste eines von den grüßten Hindernissen ist, daß der Geist, des Christenthums indem Herzen so weniger Menschen lebet, und daß sich eine so geringe Anzahl entschliefet, wahre Christen zu werden.
Ich hoffe, meine Leser durch diesen Eingang ein wenig aufmerksam auf die Beantwortung der vorgelegten Frage gemacht zu haben. Es kömmt erstaunlich viel darauf an, daß man wisse, ob man diese Frage mit Ja, oder mit Nein beantworten soll, ob uns das Christentum wirklich alle Vergnügungen der Welt verbiete, oder ob es Vergnügungen gebe, die sich ein Christ mit gutem Gewissen erlauben könne? Wir.wUen unsern Lesern heute unsre Gedancken darüber mittheilen.k'??
Ein Christ sollte nicht vergnügt und lustig seyn dürfen? Das kann ein so liebreicher und gütiger G-Ott, als der ist, den uns unsre allerheiligste Religion offenbart hat, nicht von uns fordern. Wie hätte er uns sonst so vieler schönen und witzigen Gedanken können fähig machen, wie hätte er sonst so viele Anmuth der Natur anerschaffen, wie hätte er so viele liebenswürdige und belustigende Geschöpfe zu unferm Vergnügen Hervorrufen und selbst in die Vereinigung mit ihm eine so grose und entzückende Glücksceligkeit und eine so unaussprechliche Zufriedenheit legen können. Nein dieser gütige GOtt kann uns die mannigfaltigen Quellen der Freude, wozu uns dieses prachtvolle Weltgebäude einladet, nicht verbieten. Er kann nicht über uns zürnen, wenn wir uns in dem tugendhaften Umgang mit unfern Geliebten freuen, wenn wir uns in den Armen eines treuen Freundes ergötzen. Er kann die Heiterkeit, die ein ruhiges Gewissen und der Friede mit ihm auf dem Angesichte eines Christen ausdrückt, er kann die Freudenvolle Gespräche von per Herrlichkeit feiner Werke, von feiner unendlichen Güte und Weisheit, uns nicht als ein Verbrechen anrechnen. Ich glaube dieses eben so feste, als ich glaube, daß die wahre Tugend und ein finstres unzu- sriednes Gesicht sich eben so wenig mit einander vertragen können, als die Freygebigkeit und der Geitz. Die Tugend eines Menschen, der nie lacht, der ben jedem unschuldigen Scherze seufzt und ihn für eine Todsünde hält, der alle Frölichkeit aus seinem Herzen verbannt zu haben scheint, der allen menschlichen Ergötzungen entsagt hat und allen Umgang mit seinem Nächsten vermeidet, weil er nicht so ernsthaft und für alle Freuden so erstorben ist, als er, die Tugend eines solchen Menschen bleibt immer verdächtig. DaS mürrische Wesen wohnt in keiner tugendhaften Seele, und sitzt nicht auf der


