Ausgabe 
26.8.1766
 
Einzelbild herunterladen

und Nachrichten.

-77

sich ihre Freundschaft zu erwerben suchen, und sie hernach niemals vor sich allern handeln lassen, wenn er nicht Schimpf davon haben will. Ein Ehe­gatte, der mit einer solchen Person verbunden ist, kann es durch Klugheit dahin bringen, daß diese Art der Narrheit, ob sie sich gleich nicht gantz heben läßt, ziemlich verborgen bleibt. Sucht man aber eine solche Person, hie bloß geboren ist, sich regieren zu lassen, insonderheit in Gesellschaften zu beschämen, so kann man versichert seyn, daß man wenig ausrichtet, und diesetbige aus einer Thorheit leicht in die andre fallen wird. Man muß sichs dabey nicht mercken lassen, daß man den andern regieren will, sondern man muß dem Exempel so vieler listiger Werber folgen, welche ihre Män­ner beherschen, und nach belieben so zu reden an einem Seil herumführen, ohne daß sichs ihre Männer dabey einfallen lassen daß sie die Vorrechte der Oberherrschaft verlohren haben. Man hält die Weiber gemeiniglich für die glücklichsten welche einfältige Männer haben. Wenn man das für ein Glück ansieht, daß die Frau thun kann, was ihr beliebt, und ihr die Maschine die sie zum Manne hat, in allen Stücken folgen muß, so habe ich nichts einzuwenden. Meinem Bedüncken nach aber ist es iw- mer ein Unglück für eine kluge Person, mit einer thörichten genau ver­bunden zu seyn. Eine solche Gesellschaft muß man durch Klugheit, weil man doch die gantze Sache nicht ändern kann, bloß erträglich zu ma­chen suchen.

Es giebt eine andre Art Narren, welche nicht viel mehr Ueberkegung haben, aber dabey sehr von sich selbst eingenommen sind. Je khürichterdle Sachen sind die sie unternehmen, je mehr thun sie sich auf ihre Klugheit zu gute. Dieses sind die embüdische und eigen finnige Narren / die v cl unerträglicher als die vorhergehenden sind, weil sie weit schwerer, ich will nicht sagen zu bessern, sondern nur zu lencken sind. Hier helfen vernünftige Vorstellungen sehr wenig: Sie lassen sich nicht zu recht weisen: Sie wol­len nie gefehlt haben: Sie bleiben hartnäckige auf der Meynung die sie sich einmal in den Kopf gesetzt haben. Das eintzige aber freylich sehr traurige Mittel sie einigermaßen zu bessern ist, sie zuweilen anlaufen zu lassen damit sie durch Schaden klüger werden. Bey einigen hat dieses noch wohl eine kleine Würckung: Bey verschiedenen aber, denn es giebt bey dieser Art Narren unzehliche Elasten und Unterabtheilungen, fruchtet auch dieses nicht das geringste. Denn es giebt Leute die hundertmal gewitziget worden, und dennoch, bey der ersten Gelegenheit, man mag ihnen den Schaden und die Gefahr noch so lebhaft vorstellen, recht tief wieder hineinfallen.

Ll r Wenn