3U Giesischewöchentlich s gemeinnützige Anzeigen
fett, als der MittelPunct, worauf es schiene, ob wollte dererzörnteRichter alle Pfeilen seines Zorns verschissen. Doch er bewahrte uns selbst, er errettete uns mit mächtiger Hand, und riß uns als einen Brand aus dem Feuer. Als wir an Dem Rand des ausersten Verderbens und plötzlichen Untergangs stunden, entfernten sich iene Schaaren, ihre Grenze zu bedecken, und unsre Walle blieben unerschüttert.
Die andere unaussprechliche Wolthat war diese, daß wir für der leidigen Pest bewahret blieben. Zwar hat ein reisendes Fieber unsre Wohnungen durchwandert, und manche Ehegatten, Eltern und Kinder und nahe Freunde zu ihrem fast unheilbaren Schmertz von einander getrennct, doch war es keine Pestilentzialische Seuche, wie unsre Vorfahren erfahren. Unsre Stadt ist vor diesem Könige des Schreckens gnädiglich verschont geblieben. Man vergleiche sich mit iener Zeit des grosen landverderblichen dreysichjährigen Krieges, und noch zuvor, ais eben keine allgemeine Krieges Flamme in Deutschland brannte; so werden wir den Unterscheid gar leichtlich merken Schon im Jahr i;8r. hat die Pest nahe um Giesen her, namentlich in Wetzlar gewüthet, wie Herr !). Jeremias Viet<-r / da- maliM Pfarrer in Giesen in einem latemischen Schreiben an Herrn Ober» Pfarrer Matthias Ritter zu Franckfurt am Mayn berichtet, und dabey zugleich meldet, daß Giesen noch verschont geblieben. Aber im Jahr 1597 ist diese leidige Seuche innerhalb unsre StadtMauren durchgedrungen und hat viele Menschen dahingerissen, wie solches aus dem alten Gie- sischen KirchenProtocoll erhellet. Man hat angefangen die an der Pest verstorbene einzuschreiben, aber bald wieder aufgrhönt, dagegen aber ist ein desondres PestRegister zu führen angefangen worden, welches nicht mehr vorhanden. Einige derselben sind eingetragen, aber wieder durch strichen, und dabey angemercket, daß solche in dem besonders errichteten PestPro- tocoll zu finden. Unter denselben ist noch deutlich zu lesen, daß Georg Hirtz am u. Jul. 1597. vor dem NeuwegerThor auf das Holtz plötzlich niedergesuncken und gestorben.
Am stärcksten hat die Pest im Jahr i6;f. graßiret, und nach der im KirchenProtocoll gemachten Anmerkung angefangen im Monat Junius, in weichem 85. Personen sind dahin gerissen worden. Unter demselben find besonders zu mercken; Am 10. Jun. Herrn O. Mnckelmanns Frau Wittwer


