-e> Gr'estsche wöchenelLch - gemekrinntzige Anzeigen
Freund unsrer Seele, gestorben ist , diesen wohlthätigen geseegneten Tag erleben, und ihn nicht feyern, ihn nicht ganz dem Lob und Preise unsers allerheiligsten Mittlers widmen; das ist der allerhöchste Undank, dessen sich ein Erlößter schuldig machen kann. >0! wenn die Menschen wüßten, zu welcher Ehre sie durch den blutvollen Tod des Heylandes waren erhoben worden, und wie viel seelige Einflüsse in ihr Herz zede aufmerksame Betrachtung des leidenden und sterbenden Erlösers am Kreuze mit sich führte; wie heilig würde ihnen dieser Tag scyn, zu welchen frohen Lobgesängen würden sie ihn anwenden, wie sehr würden sie dadurch zur Dankbarkeit gegen ihn und zur Ueberwindung aller Hindernisse angefeuert werden, die sie hienieden von der ewigen Vereinigung mit diesem Liebenswürdigsten unter allen Freunden abhalten wollen l Allein die Menschen wollen meistentheils diese Ehre nicht kennen, die ihnen an diesem Tage wiederfahren ist; daher verschliefen sie auch so gerne ihr Herz für den Eindrücken, die der Anblick des sterbenden Versöhners am Kreuze und die Wahrheit der Religion, die er gelehrt und durch seinen Tod versiegelt hat, auf dasselbe machen könnte.
JEsus sähe die grosen Vortheile voraus, die seine Erlößten von der öfteren Erinnerung an seinen schmachvollen Tod haben könnten. Deswegen setzte er, den Tag vor seinem Tode, dasheilige Abendmal ein, damit wir uns durch den Genuß desselben zu allen Zeiten im Jahre an diesen versöhnenden Tod erinnern und der grosen mit der Betrachtung seiner Leiden und seines Todes verbundenen Vortheile weit öftrer und gewisser theil- hastig werden könten, als wenn wir nur einmal im Jahre den Gedächtnis-Tag des Todes JEsu öffentlich hätten feyern können. -Unter andern grosen Vortheilen, die wir bey dem Genuß des heiligen Abendmals erhallen können, ist auch dieser, daß wir die Einsetzung desselben als ein Siegel ansehen können, mit welchem die Wahrheit und Göttlichkeit unsrer Religion ist versiegelt worden.
Ich weis meine Leser in dieser Woche, welche die ganze Christenheit dem feyerlichsten Andenken des Todes JEsu widmet, mit keiner wichtiger» und intereffantern Materie zu unterhalten, als wenn ich sie von diesem grosen Vortheile überzeuge und aus der Einsetzung dieses göttlichen Mahles einen der stärksten Beweise von der Wahrheit der christlichen Religion herleite , den die Kirche der Jünger JEsu in ihrem Schoose nun schon seit
Jahren aufbehalten hat.
. / Mein
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