und Nachrichten. r-,

Diese Erfahrung nebst einigen andern, die ich nach der Zeit gemacht, gicbt zu erkennen, daß ein Morgen Landes mit Accacien bepflanzt auf diese Art, wenn er in jweyHaue abgetheilet wird, jährlich 10000 Stangen geben kann, ohne die große Menge gerechnet, die man in die Baumschulen fetzt, oder verkauft, welches wenig­stens jährlich 200 Thl. einträgt und fast keine Kosten verursacht. Ein Tagewerk \t?on Holz, Weinbergen oder auch Wiesen, wird kaum die Halste einbringen.

Als ich diese jungen Bäume ausnsse, ließ ich das Land umgraben, weil ich in Willens war, daselbst Wein anzupflanzen, welches auch den Frühling darauf geschah. Ich hatte keinen Accacien-Baum übrig gelassen,und glaubte, daß auch alle Wurzeln ausgerottct waren; allein es kamen mehr, als 6000 junge Accacien hervor, und ich verlohr dadurch nicht eine Pflanze von den jungen Weinstöcken. Diese hatten den besten Wuchs, ohnerachtet sie mit lauter jungen Accacien umge­ben waren, welche, indem sie höher wurden als tue Weinstöcke, diese gänzlich bedeckten.

Ich habe hernach gefunden, daß der Accacien-Baum sich mit allen andern Baumen wohl verträgt, so lange er noch jung ist, und man kann den Weinberg selbst statt der Baumschule gebrauchen, ohne Nachtheil der Weinstöcke. Die Ur­sache davon ist leicht zu begreifen. Der Accacien-Baum breitet seine Wurzeln auf der Oberfläche des Erdreiches aus, und ziehet das Salz, so in der obern Erde ist, an sich, sucht also seine Nahrung nicht in der Tiefe der Erden, wie die Wurzel des Weinstocks thut. Man pflegt daher öfters dem Weinstocke seine auf der Fläche der Erde laufenden Wurzeln zu nehmen, denn je tiefer sie in der Erde gehen, je star­ker wüchset der Weinstock, und destoweniger leidet er im Sommer bey großer Hi­tze. Die jungen Accacien schaden ihm also nichts, sie bedecken ihn vielmehr mit ihren Zweigen. Nach 2 Jahren aber muß man sie ausheben, dennsonst würdeend- jlch ihr Schatten die Weinstöcke verdammen, ihre Wurzeln würden zu groß wer- beu, und die Weinstöcke dadurch eingehen. Ich habe diese Bäume in einen Kasta­nienwald gepflanzt. Aus den alten Stöcken kamen neue Absprößlinge hervor, die im ersten Jahre höher wurden , als der Kastanienbäume Absprößlinge in 3 Jahren.

Der Beschluß folgt künftig.

Akademische Neuigkeit.

Den 16. Iunii dieses Jahrs vertherdigte unter Vorsitz des zeitigen Herrn Re. ftoris Magnif. Dr. Georg Ludw. Alefeld allhier, Herr Johann Schmid von Hal­berstadt, seine Inaugural Diflcrtation de fiuorc albo ex ncgleßu diactac focminarum Bclgicarum propullulanrc, 4.C0 2 und einen halben Bogen.

Nachricht.

Die in vorigen Blattern angezeigte vierte Silber- Flachs und Holländische LeinwandsLotterie zu Höchst angelegt, wird die erste Classe den 8. Juli« dieses, ge­wiß gezogen werden, es wird zu derselben 15 kr. für ein Billet bezahlt. Wer noch Belieben hat sein Gluck zu versuchen muß vor Ende dieses Monaths sich melden, und kann man noch Loose bey Ausgebern dieses erhalten.

Em-