M® Giesische wöchentlich-gemeinnützige Anzeigen fähig, in den Herzen bekümmerter Aeltern bepm frühen Sterben ihrer Kinder wahre Beruhigung zu wirken?
Was kann Aeltern bey so vielen und mächtigen Trostgründen beym stühen Verlust geliebter Kinder noch beunruhigen ? Vielleicht die Erinnerung der vorhergegangenen schweren Leiden ihrer verstorbenen Kinder, das Andenken an ihren letzten dem Anscheine nach höchst quaalenreichen Kampf; der bittre Kelch den sie noch vor ihrem Ende trinken mußten. Es ist wahr liebreiche Aeltern erzittern und möchten vor Schmerz vergehen, wenn sie die letzten schwerenLeiden ihrer geliebten Kleinen anschauen und leidige Tröster, ohnmächtige Helfer derselben seyn müssen. Sie leiden oft mehr dabey, als ihre leidende Lieblinge. Aber Aeltern es sind die letzten Leiden, welche sie erdulden. Nachmal soll in alle Ewigkeit kein Schmerz mehr sie anrühren. Und können wir nicht von der göttlichen Güte wahrscheinlich, ja zuversichtlich hoffen, daß solche ihnen ihr Leiden auf eine uns verborgne Art versüssen und erträglich machen werde? Thut sie es m'cht bey dem Leiden gläubiger Erwachsnen? Sollte sie minder gütig seyn, gegen zarte unschuldige Kinder die sie noch wenig oder gar nicht muthwillig betrübt haben? Der Herr hat nach seiner uneingeschränckten Wissenschaft und Allmacht, taüfend Mittek, leidenden Kindern ihren Jammer erträglich zu machen. Ja ich hoffe und glaube es von seiner allerhöchsten und väterlichsten Güte, daß solche offt viel weniger erdulden, als äusserlich scheint, und daß sie wol gar alsdann wenn ihre scheinbare schwere Niederlage unser Herz bricht, in einer unfühlbaren öder süssen Betäubung liegen. Der HErr der in allem seinem Thun höchst gerecht ist, wird auch hier seine göttliche Gerechtigkeit nicht verleugnen, und wie seine Güte und Gnade höher als der Himmel ist, so wird er auch hier seine unendliche Barmherzigkeit über diesen kleinen unschuldigen überschwenglich walten lassen.
Diesen Trostgründen bey dem frühen Sterben geliebter Kinder, könnte ich noch mehrere bcyfügen, wenn es der enge Raum eines solchen Kurzen Aussatzes, als dieser gegenwärtige, nach der Absicht des beliebten Wochen- blats, welchen er einverleibet werden soll, seyn muß, zuliese. Da ich die Kraft der vorgetragenen Trostgründe bey hurtig auf einander erfolgten Todesfällen sinnigst geliebtester anmutiger und hoffnungsvoller Kinder selbst an meiner eigenen Seele erfahren habe/ indem sie ein leidender Balsam meiner blutenden 'Wunden geworden sind: So wünsche ich, daß sie auch bey allen welche ent- .weder beretts mjtmir gelitten haben, oder künftig etwa noch nach dem weisen Rath undWillenGottes äufähnlrcheArt leiden sollten, ihre gesegnete Wirkung fluffern mögen. ' S. P. Z. A. Nach,


