ttttd Nachrichten. 177
Studenten ist unter allen, die er verrichtet hak, die einzige, die mir noch einigermasen würdig scheint, auf die Nachwelt gebracht zu werden.
Der Student gieng kurz darauf fort und überließ mich einem feiner Cameraden, der mich besser zu brauchen wußte. Dieses war em witziger Kopf. Alles was er aufschrieb war voll Salz. Wie er m seine Vaterstadt kam; so verfertigte er verschiedene satyrische Schriften, welche denBey- fall der Welt, aber nicht seiner Mitbürger erhielten. Er machte sich un- zchlicre Feinde. Viele hielten ihn für einen Atheisten, andre aber für emea Pasquillanten. Die ftrau geheime Räthin zog endlich eine Stelle, die er in ferne Werke, vielleicht ganz ohne Absicht hatte einstresen lassen, aus sich. Dieses verursachte sein Unglück. Seine Schriften^ wurden ihm zu einem Verbrechen ausgelegt, und er wurde verurteilt, ausgepeitscht zu werden- Der geheime Rath hatte eine Köchin, die er lange gern versorgt hätte. ES ließ den armen Satyrrcus kommen, und that ihm Heuraths Vorschläge, versicherte rhn seiner Gewogenheit und versprach ihm eine kleine Bedienung. Auf diese Art hätte er allerdings über den Haß-ferner Feinde siegen können. Aber er war so bartnäckigt, daß er lieber den Staubbesen erwählte, wobey ihm denn auch nichts geschenkt wurde. Ich hörte eine Zeitlang nichts Myk von ihm. Sein Hauswirrh, dem er feine besten-Sachen, em paar Bucher und einige noch ungedruckte Schriften, die er hernach selbst verbrannt hat, nebst, dem Schreibzeug in einem Vorschlag autzubeben gegeben hatte, war so ehrlich ihm diefelbrge heimlich nachzuschicken, so bald er Nachricht bekam, wo er sich aushiclt. Ich kam also wieder zu ihm in einer weikent- legsnen Stadt und sand, daß er ruhig und bequem lebte. Er war Sei# chcnRedner geworden, der Key dem Grabe nach der dortigen Gewohnheit eine kurze Rede halten mußte. Er befand sich ungemein wohl dabey, weil er im Loben keine Maaß hielt. Er war aus der satyrischen Schreibart in die Schmeicheleyen der Lob Redner verfallen und hatte sich noch mehr verändert, als eine junge Bulherin, die in ihrem Alter eme Betschwester wird. Er lebte angesehen und vergnügt, und ward reich. Hier bin ich noch wirklich und es geht mir in der Geiellschaft einer sehr liebenswürdigen Sand- büchie so gut als ich immer wünschen kann. Ich beschliefe hiermit meine Geschichte, die darin einen grosen Vorzug vor vielen Romanen hat, daß der Beschluß derselben erfreulich ist.
Z z; Gelehrte


