jo» GiesrjAe wöchentlich - gmwlttttutzige Anzeigen
GSsiehk, wenn er zornig, ist, wie pöbelhaft und niederträchtig seine Zunge spricht, wie wenig man sich bey Freunden und Feinden dadurch empfielt. Wenn es diesen Leuten ein wahrer Ernst wäre, diese Unartigkeit abzulegen; so würden sie gewis alle Gelegenheiten und Gesellschaften meiden, wo sie leicht zur Hitze können gereiht werden. Aber warum gehen Leute, die zum Zorne geneigt sind, in Gesellschaften, wo man sich ein Vergnügen macht, ihnen zu wiedersprechen? Warum betrinkt man sich, wenn mnn weis, daß man in der Trunkenheit leicht zornig werden kann? Und warum zieht man sich, wenn man uns unangenehme Dinge sagt, nicht als ein erfahrner Feldherr zurück, ohne sich erst zu vertheidigen? Ich kenne einen Mann, der sich so wenig vorgenommen hatte, diesen verhaßten Fehler sich abzugewöhnen, daß er so gar seiner Frau, mit welcher er sich erst vermählt I hatte, im Vertrauen das Geständnis ablegte, er wäre sonst ein guter
Mann , aber er geriethe manchmal über Kleinigkeiten in Hitze und wenn er alsdann etwas thäte, das ihr nicht gefiel ; so sollte sie cs ihm nicht Uebel nehmen. Ob aber seine Frau es nicht übel nahm, wenn er sie in der Hitze prügelte, das will ich eben nicht behaupten.
Vielleicht aber ist doch einer oder der andre von diesen Leuten Willens , sanftmüthiger zu werden. Ich will deswegen noch ein besonders ' Mittel hierher setzen, dessen der vortrefliche Plutarch Erwähnung khut. *
Er laßt in einem Gespräche den Fundmi sagen: „ Ich gelobte erst em paar Tage als heilig zu feiern, an denen ich alles auffahrenden Wesens mich gänzlich enthalten wollte. Ich gieng weiter und heiligte einen Monath zu dieser Uebung, hierauf zwey Monath. Nach und nach kam ich m der Er- dulttmg des Wiederipruchs und andrer Wiederwärtigkeiten immer weiter. Ich ward durch diese Uebung stets stärker, die Hitze zurück zu halten und nicht UM stumm m -Worten unö Handlungen zu werden. „
Die Fortsetzung folgt künftig.
Aeabemische
De? Catilogus kündig folgende Dorlcfirttttcn diT/ wel
che in dem bevorftchcnöeir wmecrhMm Jahre fol- lett gehalten werden.
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vzä. Tlftiarehi Opera Ccp. cl« cohibetia >tocuh^u pag. m, r-llt, Paris, in folio,


