13, Gresisike wöchentlich- gemeinnützr'Le Anzeigen ein Grund seyn, warum es so wenige angenehme Gesellschaften unter UNS Siebe?
Doch wir wollen nicht außschweifen. Wir vermuthen, daß unsre Leserinnen nunmehro auch zu wissen verlangen, wie sie eigentlich leftn müssen , wenn sie Nutzen und Vergnügen von ihrer Lectüre erwarten sollen. Und hierüber wollen wir ihnen noch ganz kürzlich unsre Gedanken mit» Heilem
Wenn das Lesen einem Frauenzimmer Nutzen und Vergnügen bringen soll, so muß es aus keinem andern Endzweck lesen, als um dadurch seinen Verstand, sein Herz und seinen Geschmack zu verbessern. Seinen Verstand muß es durch das Lesen mit wichtigen Wahrheiten und nützlichen Erkenntnissen zu bereichern und zum Nachdenken und vernünftigen urtheilen zu gewöhnen suchen, und vor allen Dingen muß es denselben zu deutlichen und lebhaften Begriffen von G-Ott, von der Religion und von seiner eignen Bestimmung auf dieser Welt zu erheben sich angelegen seyn lasten. Sein Herz muß es durch die Lectüre immer reiner und schöner, und immer starker zur Tugend zu machen sich bemühen, damit es mit desto größer Macht allen niederträchtigen Verführungen unverschämter Liebhaber widerstchen könne. Es muß dadurch seine Sitten immer sanfter und gefälliger und sich selbst im Umgang beliebter und nützlicher zu machen suchen. Es muß sich bestreben, seine Empfindung des Schönen und Wahren immer mehr zu erhöhen, damit es endlich an nichts ein Vergnügen sinde, als was wahrhaftig schön und gut ist. Wenn sich ein Frauenzimmer aus andern Absichten mit der Lectüre beschäftigt; fi> verdirbt es die Zeit und hat wenig Nutzen davon.
Die andre Frage, welche,Bücher nämlich ein Frauenzimmer eigentlich leien müsse, läßt sich nunmehro leicht beantworten. Dies müssen mit einem Worte solche Bücher seyn, denen der Stempel des guten Geschmacks schon das Siegel aufgedruckt und die Tugend gebilligt bat. Ich wette, wenn unsere Frauenzimmer lauter solche Bücher lasen, sie würden gewiS keinen Gefallen mehr an elenden Romanen und an abgeschmackten Comü- dien haben, sie würden ganz anders denken, ganz anders reden und ganz anders leben lernen.
Doch es ist noch nicht genug, daß man schöne Bücher ließt; man muß auch wissen, wie man sie lesen soll, wenn sie zu unstrm Vergnügen etwas beytragen sollen. Lassen Sw sichs gefallen, hochgeschätzteste Frau- enzmr-


