Ausgabe 
9.12.1766
 
Einzelbild herunterladen

rmd Nachrichten.

401

einen surchtsEn Menschen, weil er nicht mitmachen wollte.. Ich gesteh gern em, antwortete Xeiiophanes , daß ich UM unanstandM Dmge amu furchtsam bin und nichts wage. Ueberfallt euch em Plauderer, und will euch fest halten; seyd nicht blöde, reißt euch von 'hm Ws , lasset euch die Zeit nicht von ihm verderben, sondern verrichtet eure Geschäfte. D e Uebungen, die Blödigkeit zu überwinden, ziehen uns emen leichten Unwil­len zu, aber wir gewöhnen uns dadurch zu dem Grösern und Schwerem, fanget ihr nicht bey diesen kleinen Uebungen an > so kann man erlch sagm , was Demosthenes zu den Atheniensern bey einer andern Gelegenheit sag . Sie rüsteten sich gegen Mxandern, um dem Harpalus bwijteben. W* ten unter diesen Zurüstungen kam ein Admiral Alexanders m dre Stadt und ganz Athen ward bestürzt und stille. Demosthenes sagte, was werden sie thun, wenn sie die Sonne sehen, da sie nicht in em kleines Acht sehen können. Was werdet ihr in grosen Angelegenheiten thun, wenn hohe und mächtige Personen in euch dringen, da ihr einem Germgern em zuge­trunkenes Glas Wein nicht abschlagen und von eurem Schwätzer euch nicht losruim könm.^n Zungen, sich die Blödigkeit abzugewöhnen, rechnet vlutarci)/ daß man nicht alles, andern zu gefallen, loben iolle. Wenn ein Musicus schlecht spielt oder ein Schauspieler macht feine Rolle elend, fo aiebt Leute, die aus Blödigkeit bewundern und klatschen. Hier ist es nicht schwer, still zu zu hören und die schlechten Spieler nicht nieder- rrdcbtia ;u loben. Seyd ihr hier schon zu blöde, was werdet ihr machen, wenn euch ein Freund ein schlechtes Gedicht vorließt, oder euch eine unge­schickte Rede zeigt? Ihr werdet sie loben und das Geschrey der Schmelch- ker verstärken. Oder wie werdet ihr einen Menschen bey grösern Berge- Hungen zu bestrafen wagen? Werdet ihr ihn wohl frey erinnern, wenn er in seinem Amte oder in andern wichtigen Angelegenheiten Fehler begeht? Wer sich bey kleinen Uebungen gewöhnt, hüten jchlechten Dichter zu loben, keinem elenden Musicus seinen Beyfall zuzurufen, bey keinem unwitzigen Scherze zu lachen, zudem wird niemand sich unterstehen zu sagen: Schwö­re für mich einen falschen Eid, oder thue einen ungerechten Ausspruch ,^r m Es giebt Menschen genug welche die Kunst, unverschämt zu bitten verstehen und unbillige Forderungen machen. Man muß nicht aus Blö- diakeit in alles willigen, sondern die Gabe dagegen besitzen, abzuichlagm, weil man sonst sich selbst und dem Verdienste schadet, welches einen grö-

Ceer fcrö