zr8 Gresische wöchettdlrcH♦ Demtmüützige Anzeigen

nichts beyeräge. Kurz, er muß so viel Verstand haben, daß er gegen dich nicht gleichgültig wird, wenn deine Schönheit verblüht und du alt wirst. Aufdiese Dinge mußt du mehr, als auf alle Reichthümer und LH- rentittel sehen. Grose Reichthümer, meine Tochter, machen uns in die­ser Welt nicht allein glücklich und ersetzen den Mangel der Tugend und wahrer Vorzüge nicht. Inzwischen muß du dich doch nie einem Manne ergeben, der nicht sein hinlängliches Auskommen hat. Der Mangel der Lebensmittel hat öfters schlimme Folgen für Die Liebe. Er wirkt g<jr oft, Reue, Verdruß, Uneinigkeit und ein gleichgültiges Wesen, ©n hin­längliches Auskommen ist auch um der-Zukunft willen nökhig. Du be­kommst Kinder die du deinem Stande gemas willst erziehen lassen. Du kannst dir nicht vorstcllen, wie sehr es rechtschaffene Eltern bekümmert., wenn sie aus Mangel des Vermögens ihre Kinder nichts können lernen lassen.

Die dritte Eigenschaft, die der Mann deines Herzens an sich haben muß, rst diese: Sein Gemüth muß mit dem deinigen übereinstimmen. Seine Denkungsart, feine Gesinnungen seine Wünsche müssen nach eben dem Ziele gerichtet sevn, wornach die Deinigen gerichtet sind. Sein und dein Verlangen müssen einertey Endzweck haben. Wenn du einen Ab­scheu für der Verschwendung und allem unnöthigen Aufwande hast; so -mußt du der einen Mann wählen. Der Der Verschwendung und der Uep- pigkeit eben so feind ist, als Du. Wenn Du dich in diesem Stücke wohl fürsiehst; so wirst du vielen Verdrieslichkeitm und Uneinigkeiten überhoben seyn, Denen du gewis ausgesetzt bist, wenn du Dir einen Mann von ganz entgegengesetzten Gesinnungen wählest.

Vors Vierte mußt du Dein eignes Herz wohl untersuchen, ob es denjenigen, Der Dir seine HanD anbietet, mehr als alle andre Mannsperso­nen und zwar zeitlebens lieben könne. Dein zukünftiger Geliebter wird viel­leicht manchen grosen Fehler, manche allzu sichtbare Unvollkommenheit an sich haben. Frage dich also erst: werde ich ihn auch mit allen seinen Feh­lern und Unvollkommenheiten ertragen und beständig zärtlich lieben können? Werde ich in Krankheiten, in langwierigen Krankheiten, wenn er damit befallen werden sollte, seine unermüdete Wärterin, in Kummer und Gram seine Zuflucht und in Widerwärtigkeiten seine Trösterin bleiben? Prüfe dich wohl in diesem Stücke, meine theuersie Tochter, und reiche keinem Manne deine Hand, Dem Du nicht zugleich mit derselben Dein ganzes Herz. Mit der allekvollk ommensten Treue überliefern kannst. Es ist besser, es ist E 'r .'"' v unendlich