»Md Nachrichten. rz-
Cs giebt noch verschiedene Lieblings-Vergnügungen der Menschen, die ich gerne beurtheilen möchte, wenn ich es nicht für klüger hielte sie mit Stillschweigen zu übergehen, als meine Gedanken davon, ganz offenherzig zu sagen. Ich will cs meinen Lesern bey dieser Gelegenheit als eine Klug- heitsRegel anrathen; von vielen Dingen nicht immer zu sagen, was sie denke». Es ist manchmal sehr gefährlich, die Wahrheit zu bekennen.
Indessen habeich die gewöhnlichsten von den irrdischen Vergnügungen angeführt und sie so beurtheilt, wie ich glaube, daß- sie beurtheilt werden müssen, wenn sich ein Christ derselben zu feiner Erhohlung soll bedienen und wenn sie vor dem Richterstuhl der Religion und der Vernunft einigermasen sollen entschuldigt werden können. Es ware freylich sehr zu wünschen, daß man sie ganz entbehren könnte, weitste so nahe an unser Misvergnügen, an unser« Schaden und an unser Unglück grenzen und weil sie von einer so sehr kurzen Dauer sind. Allein die meisten Menschen hangen nun einmal an diesen Freuden. Sie sind ihnen gewissermafen unentbehrlich geworden. Wer sich bemühen will, sie ganz davon abzubringen, unternimmt etwas unmögliches. Man thut am klügsten, wenn man sie zum vernünftigen und mä- sigen Gebrauch derselben zu bewegen sucht und ihnen zugleich die Gefahr zeigt, in die sie sich stürzen, wenn sie sich ihnen ganz überlassen. Wenn alle Menschen wären, wie sie seyn sollten und seyn könnten, so würden sie sich auch um weit dauerhaftere und reinere Freuden bekümmern, alsdiejenige sind, denen sie so emsig nachjagen. Sie würden sich nur um solche Vergnügungen bemühen , die eine Beziehung auf die Ewigkeit hätten, und diese Vergnügungen würden sie nicht bis in das Alter verschieben. Xeno* phon, der ein Heyde war, soll den Christen lehren, aus welchem Ge- sichtspunct er den Zeitvertreib und das Vergnügen der Menschen anzusehen habe. Ich will mein heutiges Blatt mit seiner Lehre beschliesen und meine Leser bitten, daß sie dieselbe nie vergessen. Er sagt an einem Orte: „ In „ der Oberwelt giebt es keine solche Zerstreuungen, Schauspiele und Er- „ getzlichkeiten, dergleichen die Menschen in dieser Welt lieben. Ein jedes „ verständiges Wesen wird also diejenigen Uebuugen zeitig anfangen, welche „ stets und ewig dauern werden. „
Folgende Gedanken sind uns von einem Ungenannten zugesendet worden.
k70thrvendlgker't einer Gesellschaft von pwjecterrmacher.
Der Mensch bringt sein ganzes Leben damit zu, daß erProjecten aM S 2 macht,


