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MitHochfürstl. Hessen-Darmstädtischer gnädigsten Erlaubnis-'
lich um das-Edle W anständige itt den c
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Dienstags den ww Sept. 1766.
ßjrair wollen heute unsre 'Leser mit einer Satyre unterhalten, die viel- leicht die älteste ist, die jemals ist geschrieben worden, wenigstens jst (ie die älteste, die wir itzo noch, haben. Sie hat einen be- rühmten griechischen Dichter, nahmens Srmönides zum Verfasser. Er lebte ungefähr vier hundert Jahre nach der Belagerung von Troja, und soll, wir Anstophanes berichtet, einet von den neun lyrischen Dichtem die zu pmdars Zeiten blüheken, gewesen ftyn. Der Stoff, den er sich zu Vieser Stachelschrift erwählt hat, ist das weibliche Geschlecht. Er schildert daffelbige nach seinen mannigfaltigen Charakteren, deren Ursprung er aus dieser wunderlichen und falschen Einbildung, aus der Meinung, als wären sie schon einmal vor ihrer Geburt da gewesen, herleitet. Er sagt, die Götter hätten die Seelen der Weiber von eben dem Saamen und aus eben der Materie erschaffen, woraus einige Thiereund Elemente bestehen, und nachdem einer oder der andre Saamen in ihnen die »Oberhand hätte, wä- ren sie entweder voll von guten oder bösen Eigenschaften.
Man wird es übrigens diesen grosen Dichter nicht alö eine Grobheit amechnen , daß er in den Anspielungen , deren er sich in dieser Satyre bedient, nicht die Regeln des Wohlstands beobachtet hat, wie man es heut zu Tage verlangt. 1 Zu seiner Zeit bekümmerte man sich eben nicht sonderlich um das Edle m anständige in den VMlMM. Mass war zu- ■v3! m Mm frieden
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wöchentlich-


