Ausgabe 
1.7.1766
 
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102 Gr'esische wochentlrcb- gemeittnützige Anzeigen

nem Orte laßt man sie zu hohen Baumen aufwachsen, um Bauholz und Vreter, oder auch mit Der Zeit Brennholz Davon zu bekommen. Am zweyten pflanzet man diejenigen, welche man köpfen will, um Stangen unD Pfahle Davon zu haben. Am dritten setzt man diejenigen, welche man unten abhauen will, um Stangenholz zu haben, oder junge Baume zu gewinnen.

Was man auch für eine Methode erwähle, so muß man doch dieje- Nigen, welche den geradesten und höchsten Stamm bekommen, wachsen lassen, und jährlich alle übeiflüßige Aeste abnehmen, und ihnen nur den Hauptast, der den Stamm rormirf, lassen. Wenn sie 5 bis 6 Jahr alt sind, läßt man sie unten am Stamme abhauen. Man kann das abge­hauene Holz zu Reifen brauchen, welche sehr dauerhaft sind. Man macht auch kleine Reifen aus denen Aest.n; jeDDd) muffen sie, so bald siegehauen sind, geipellet werden, sonst werden sie m wenig Tagen so hart, daß sie sich nicht trennen lassen.

Uebrigens , wo man auch diese Bäume stehen hat, Dorfman sich nicht dauern lassen, sie zu köpfen und zu stutzen. Sie treiben so geschwinde, daß man es den solgenden Frühling kaum gewahr wird. Sie wachsen besser, die Blätter werden grüner und im Monat August geben sie Schatten.

Man siehet leicht, daß dieser Baum, auf was für Art ibn man auch anbauet, von vielem Ertrag sey; jedoch ist die dritte Methode die einträg­lichste. Es ist sonderbar, daß dieser Baum, wenn er eingehet, vor allen andern Bäumen die Eigenschaft hat , sich von neuem hervor zu bringen. Denn um Den abgestorbenen Stock herum kommen, insonderheit, wenn der pbere Boden locker ist, eine Menge junger Accacien wieder, welche den Verlust des eingegangenen Baums reichlich ersetzen. Die Ursache davon ist, weil sich ferne Wurzeln weit ausbreiten. Diese bckonmen Knoten, welche neue Wurzeln und Sprößlinge treiben, und diese jungen Wurzeln fuhren dem.Bäumchen die Nahrung zu, öhne nöthiq zu haben, solche von den Wurzeln hes alten Baums zu empfangen. Dieses ist ganz anders bey andern Bäumü^. 'Denn w nn diese absterben, so sterben ihre Wurzeln mit ab. Der AttMg». Wum aber gebet niemals gänzlich ein. Es mögen ihrer tau end einMm, so werden das folgende Jahr wohl zehn tausend an­dere hervor sprossen.

Allesdieses sind herrliche Vortheile, welche wohl verdienen, daß man diese Bäume wohl anbaue, Mal, da die Eichenwälder so sehr abgenom­

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