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dunkle Stellen deutlich zu machen. Bey den Psalmen und Propheten habe ich Vie vornehmsten Auslegungsregeln angebracht, und sie jedesmal mit Beyspielen erleutert: denn es ist bekannt, daß diese Bücher viel eigen- thümiiches an sich haben, und daß man vorzüglich auf das eigenthümliche und unterscheidende, das an einem jeden biblischen Buch angetroffen wird, Acht haben müsse. Weil ich mir nicht getraute, gantz ohne Text zu predigen, so habe ich kurze und allgemeine Stellen, z. E» bey den Büchern Mosis Apostelg. ?• Z5« ;7. bey dem Buch Hiobs Jae. s. u. bey den Büchern Salomons Matth, »z. 24. u. s. w. genommen, und dieselbe in den Eingängen erklärt, und auch wohl zuweilen die Nutzanwendung bey dem Schluß daraus hergcleitet. Doch ich breche hiermit ab: indem Leyte von Einsicht nun schon genug haben, diese Methode entweder zu b.urthei- kn, oder in seiner Art und nachbeßnden der Umstände nachzuahmen. Alle Kleinigkeiten, die man bey einer Lehrart beobachten muß, vorzutragen, ist unnöthig. Wer nicht so viel Geist hat, daß er, nachdem er das Wichtigste gehöret hat, das übrige hinzudencken kann, der wird schwerlich von einem Vorschlag Nutzen ziehen können.
Uno nun wird man den Einwurf, als seyen die sogenannten Betstunden zu dieser Absicht bestimmt, wohl von selbst aufgeben. Denn es ist solches in den an den meisten Orten sehr häufigen Betstunden theiis deswegen nicht thunlich, weil die Prediger unmöglich so vielen Fleis, als dieses Geschäft erfodert, darauf wenden können: theils ist daselbst der Ort nicht , weilgar wenige Leute die Betstunden besuchen, und zu besuchen Zeit haben , und solche wichtige Sach n wohl verdienen, Sonntags vorgetragen zu werden. Es ist an der Lehrart, der man sich gewöhnlicher Weise in den Betstunden bedienet, auch noch manches zu verbessern: wovon ich aber, weil es nicht zu meinem dermalrgen Zweck gehört, billig schweige.
P. K.
Der großmüthr'ge Cardinal (aus dem Mercure de France Pan nee 1765.)
Eine arme Frau hatte vieles von der Großmuth des bekallnten Cardinals Famefe rühmen hören, und wagte sich daher auch einst in sein Au- dienzZimmer in Begleitung ihrer Tochter, einer jungen Schönen von ohn- gefehr 17 Jahren. Der Cardinal bemerkte die beyden Frauenzimmer sehr bald unter den übrigen Haufen wegen ihrer anständigen Mine, und insbe- N? sondere


