Ausgabe 
29.1.1765
 
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34 Glejrsche wöcherrrlichr-Temeitttttttzige Anzeigen

sich an der Eder, mitten m dem Land, wo vor Zeiten die Cattm wohne- ten, niedergelassen haben; 4' Daß dieses Land, weder dazumahl noch vor­her, leer gestanden, sondern daß es den Franken zugehöret, und von de- nenjenigen Franken^ die vorher Latten geheisen hatten, bewohnet gewesen stye; 5) Daß>diese Franken, (diese Nachkömmlinge der' alten Latten,) jene Hassen oder Hessen in ihr Land ausgenommen haben; 6) Daß gleichwohlen die Hessen einen besonderen Gau ausgemacht; 7) daß dieser HassmFUu, der Anfangs blos um die Eder gelegen, sich nachmahls, nach der Schwalme, Fulda/ Diemel und Werra zu, weiter ausgebreitet, mithin viele von den Abkömmlingen der alten Latten mit-einbegriffen ha­be; 8) daß hemach der Hessen Name noch weiter um sich gegriffen, und sich auch über die Logenaher, (über die Einwohner des Lohngaus) erstre­cket habe; und daß folglich 9) zuletzt fast das ganze Land, das vormahls die Latten bewohnet hatten, nunmehro das Hestenland genennet worden seye, und daß al>o der gröfeste Theil der Einwohner des Heffcnlands von den alten Latten/ die in der Zwisch n-Zeit Franken genennet worden, ad- stamme, daß aber der Name der Hessen/ nicht von dem Namen der Latten, durch eine BuchstabenVerwechselung, sondern vielmehr von je­nem Wandalischen Volk, den Haitis, herzuleiten seye.

D. Mögen

Ich bin Willens, meinen Lesern nach und nach eine kleine Sammlmig noch nie gedruckter Briefe mitzutheilen, die im vorigen Jahrhunderte ein Vatter an seinen hier studierenden Sohn geschrieben hat. Ihr Jnnhakt fst von groser Wichtigkeit und hat einen nahen und unmittelbaren Einfluß in das zeitliche und ewige Glück eines jeden vernünftigen Menschen. Solche treue und zärtliche Vatter sollte es heut zu Tage noch geben, die ihren Söhnen, mit Fleiß und Nachdenken ausgearbeitete Anleitungen zu einer ver­nünftigen und tugendhaften Aufführung auf Universitäten zuschickten ! Al­lein diese Gewohnheit war nur bey den tummen Alten üblich. In unfern klügern Zeiten sind dieses unnöthige Kleinigkeiten. Man denkt anizt viel solider. Man schickt lieber dem Herrn Sohn desto mehr Geld, und her­nach bekümmert man sich wenig darum, ob er tugendhaft oder lasterhaft wird-,, ob er der Menschheit zur Ehre oder zur Schande, ob er der Welt 4utn Glück oder, zur Quaal lebt. Bey diesen Gesinnungen derjenigen Welt muß ich also freylich befürchten, daß mir meine gute Absicht, die ich bey der öffent-

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