*74 Gl'esischc wöchentlich -- gemeinnützige Anzeigen
» ^nche Frauenzimmer sind. Der gufe Herr Alklieb sollte mickvon h Herzen dauern, wenn er mit einer von diesen beyden unwürdigen betro- '' Doch es ist meine Sache nicht von jemand übel zu sprechen.
" Ach sollte ihm nur sagen, daß ich nicht ungeneigt wäre, seine Vor- h M^uzunehmen, und daß ich glaube, eine Person von acht undzwan- n M Jahren sey geschickter, einen Mann glücklich zu machen, als eine von " °HCt von "lrche und sechzig. Ich habe eine bewun-
" ? g Uc' cmen Een Fuß und eine entzückende Hand.
ff Mein Gesicht ist zwar em wenig narbicht und nicht selten von den so ae- ft nannten ^-enusblumchen verstellt; aber meine Augen sind auch desto ff reizender, und meinen Zähnen ist nichts ähnlicher als Alabaster. Was ff wurde Herr Altlieb von meinen schönen blonden Haaren sagen, wenn „ er mich sichen sollte? Wie manchen Französischen Officier habe ich da- " rum Anbeten bezaubert l Es wurde fast kein Ball in unsrer " lcl) mu^e dabey seyn, so, daß ich beynahe meine
ff Gesundheit durch das allzu viele Tanzen ruiniret hätte. Dee Abends, v i’\?l?nejPerrn' toenn lch noch an die vergnügten Abendstunden denke') " iud-n ©Wiergdngeneingetoen, auf denen wL»
ft manchmcü bis emUhrNachmitternacht ungemein lustig machten. Hieraus ft ^nnen Sie leicht schliefen, wie angenehm ich im Umgang seyn müsse „ Sagen Sie mir, spricht Herr Altlieb auch Französisch'? L) ivenn er /' F£LUtlUmr/le^c stäche sprechen könntel doch ich will sie ihn schon ft lehren. Man lerm sie am besten aus dem Umgang. Ich habe m mei- v ttcm htnen Sprachmeister gehabt, und doch in drey viertel ^ab- tt ren so viel darin profitirt, daß ich sie wie eine gebohrne Französin habe * „ Sechen können. Mein ziemlich ansehnliches Vermögen ist durch den " Oe- r,ncr <n 1?roce6 gerathen, und es käme nur darauf an, tf daß «cd einen geschickten Advocaten bekäme, der den Proceß eifriger trie- ft be. Vielleicht ist Herr Altlieb selbst im Stand, di-e Stelle eines Ad- „ vocaten zu vertretten.. Doch dieser kleine Umstand soll mir den Wunlck tt nicht rauben, mit nächstem die Gemahlin dieses verehrungswürdigsten " ru können. In Erwartung einer baldigen Erfüllung
tt dieses Wunsches verharre ich v ,wuuns
Dew
ergebenste Dien-rin
Lachan'na wilhelmina Susann«, Philipp,na Fruchkbarin.


