Ausgabe 
28.5.1765
 
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*74 Gl'esischc wöchentlich -- gemeinnützige Anzeigen

» ^nche Frauenzimmer sind. Der gufe Herr Alklieb sollte mickvon h Herzen dauern, wenn er mit einer von diesen beyden unwürdigen betro- '' Doch es ist meine Sache nicht von jemand übel zu sprechen.

" Ach sollte ihm nur sagen, daß ich nicht ungeneigt wäre, seine Vor- h M^uzunehmen, und daß ich glaube, eine Person von acht undzwan- n M Jahren sey geschickter, einen Mann glücklich zu machen, als eine von " °HCt von "lrche und sechzig. Ich habe eine bewun-

" ? g Uc' cmen Een Fuß und eine entzückende Hand.

ff Mein Gesicht ist zwar em wenig narbicht und nicht selten von den so ae- ft nannten ^-enusblumchen verstellt; aber meine Augen sind auch desto ff reizender, und meinen Zähnen ist nichts ähnlicher als Alabaster. Was ff wurde Herr Altlieb von meinen schönen blonden Haaren sagen, wenn er mich sichen sollte? Wie manchen Französischen Officier habe ich da- " rum Anbeten bezaubert l Es wurde fast kein Ball in unsrer " lcl) mu^e dabey seyn, so, daß ich beynahe meine

ff Gesundheit durch das allzu viele Tanzen ruiniret hätte. Dee Abends, v i\?l?nejPerrn' toenn lch noch an die vergnügten Abendstunden denke') " iud-n ©Wiergdngeneingetoen, auf denen wL»

ft manchmcü bis emUhrNachmitternacht ungemein lustig machten. Hieraus ft ^nnen Sie leicht schliefen, wie angenehm ich im Umgang seyn müsse Sagen Sie mir, spricht Herr Altlieb auch Französisch'? L) ivenn er /' F£LUtlUmr/le^c stäche sprechen könntel doch ich will sie ihn schon ft lehren. Man lerm sie am besten aus dem Umgang. Ich habe m mei- v ttcm htnen Sprachmeister gehabt, und doch in drey viertel ^ab- tt ren so viel darin profitirt, daß ich sie wie eine gebohrne Französin habe * Sechen können. Mein ziemlich ansehnliches Vermögen ist durch den " Oe- r,ncr <n 1?roce6 gerathen, und es käme nur darauf an, tf daß «cd einen geschickten Advocaten bekäme, der den Proceß eifriger trie- ft be. Vielleicht ist Herr Altlieb selbst im Stand, di-e Stelle eines Ad- vocaten zu vertretten.. Doch dieser kleine Umstand soll mir den Wunlck tt nicht rauben, mit nächstem die Gemahlin dieses verehrungswürdigsten " ru können. In Erwartung einer baldigen Erfüllung

tt dieses Wunsches verharre ich v ,wuuns

Dew

ergebenste Dien-rin

Lachan'na wilhelmina Susann«, Philipp,na Fruchkbarin.