Ausgabe 
28.5.1765
 
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imb Nachrichten. J7 s

<r auch wirklich ein Mann ist, der dieses Glück verdient. Es haben sich bereits neun Frauenzimmer persönlich bey uns angezeigt, wovon »ede ihr keben dreymal für den Herrn Alllied lassen wurde, wenn es möglich wäre. Einige davon waren noch sehr jung, und, wie sie uns bey dem Weggehen im Vertrauen gestunden, durch besondere Zufalle auf diesem Entschluß ge- ratben Wenn wir auch wirklich kein Mitleiden mit ihrem Unglück ge- habt hätten, so wurden wir uns doch wegen ihrer Schönheit und aus Furcht vor den schlimmen Folgen ihrer annehmen, die ihnen der ledige Stand zuziehen möchte. Denn wie viele Thorheiten hak man nicht von cmem Frauenzimmer zu befürchten, das schon in seiner Jugend Urstiche zu zweifeln hat, ob es je einen Mann bekommen werde! Die übrigen Frauen, zimmer, die sich bey uns persönlich gemeldet haben, wollen wir mit Still' schweigen übergehen, theils weil sie vielen unter unfern Lesern zu kenntlich Un würden, theils weil sie aueh wegen ihrer bisherigen Aufführung nicht ver- dienen, daß man von ihnen spricht, geschweige dann, daß man sie einem so rechtschafnen Mann, als Herr Quirinus Altlieb ist, bestens empsielt. Von einem Briefe aber, den wir vor einigen Tagen erhalten haben, müssen wir nothwendiger weise dem Herrn Altlieb Nachricht geben. SOlan ver­machet nicht ganz ohne Grund, daß er von Casiel kommt. Doch dieß wollen wir an seinen Ort lassen gestellt seyn. Hier ist er;

Meine Herrn!

Sollte ich wohl weniger Recht haben, mich um die Hand des vor« treflichsten Herrn Quirinus Alrlieb zu bewerben, als eine Gernman- tritt oder eine Micmacderittr Wie könnte ich das glauben, da ich viel qrösere Vorzüge und weit mehr Vollkommenheiten an nur erblicke, " als an diesen! Wie kann ein Frauenzimmer etwas werkh seyn, das ein« qe Wochen nach dem Tode seines Mannes sich schon naeh einem andern ' umsieht? Pfui, sie sollte sich schämen, diese niederträchtige Fran, daß sie unser Geschlecht dadurch so vielen ärgerlichen Nachreden ausgesetzt hat. Und wer wird denn eine Gernmännin heyrakhen, die sich fur eine ' sechzigjahrige Jungfer ausgiebt? Wenn sie was getaugt hatte, so wurde sie schon lange untergekommen seyn. Und Überhaupt, eine sechzigjahnge Jungfer ist schon.etwas sehr unglaubliches, und scheinet mehr in einen Raritätenkasten als sonst wohin zu gehören. Ich dächte, wenn man einmal so lange ledig geblieben wäre, so vergiengen einem die Gedanken zum Heyrakhen. Ich muß es gestehen, daß ich gar Nicht weiß, wie

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