•7® Gl'estsche wöchentlich, »em cmnäyigc Anreige»
wenn er in reiferen Jahren noch so gern von den Thorheiten feiner °k,-aend spricht/ oder sich wohl gar herzlich erfreuet, daß er sie begangen Kat Glauben St« nicht auch, Meine Herrn, baßer dadurch nicht allein sein Amt, sondern auch seine Person bey allen Vernünftigen lächerlich macht» Ich wenigstens glaube es. Denn sagen Sie mir, wäre es nicht viel besser, wenn er anitzt, als ein Mann, der andre durch sein Beyspiel erbauen sollte, an wichtigere Dinge dächte, als an solche Niederträchtigkeiten, die er eher beweinen, als mit Vergnügen erzählen sollte. Ich erschrack jüngst, hin zum Tode, als er in einer sehr grosen Gesellschaft einem Anwesenden, der mit ihm zu I. studiert hatte, zurief: wissen Sie noch Herr N. wie wir des Beckers R . . Haus stürmten, und wie ich einem von den Phi- listem, die uns verfolgten, den Arm aus der Pfanne hieb. Ich glaube, der Kerl ist lahm geworden. Wir ritten nachgchends auf die Rasenmühle und unterwcgens hakte ich die Fatalität, daß mein Pserd ein Bein brach. O, antwortete ihm der angeredete Herr N., erinnern Sie mich nicht mehr an die Tage, die ich so unverantwortlich verschwendet habe. Ich habe mir schon lange alle Mühe gegeben, sie aus meinem Gedächtnis zu verbannen. O! hätte ich sie nur noch einmal zu leben, diese so kostbaren Tage, die ich mit so schändlichen Thaken bezeichnet Habel Itzt weis ich mein Leben besser iu benutzen, als damals. Gott lob! daß ich dieses noch den Zeiten qe- lernt habe. Hier schwieg der rechkschafne Mann still und seufzte? Gegen mir über saß ein sanfter Jüngling, der mich zu bedauren schien, daß mein Loos auf einen so niedrig und unedel denkenden Mann gefallen wär-, und ich glaube, m seiner Mine gelesen zu haben, daß er meinen Mann für würdiger hielt, ein SchweinHirt als ein ... zu fevn. Und wer weis, was die übrigen Leute in der Gesellschaft von ihm gedacht haben.
Ich bitte Sie ganz ergebenst, meine Herrn, wenn Sie etwas dazu beytragen können, daß mein Mann diesen, allen vernünftigen Leuten un. erträglichen Fehler ablegt; so thun Sie es doch recht bald. Es liegt mir beynahe nichts so sehr an dem Herzen, als die Besserung meine« Mannes. Denken Sie nur, wie glückseelig würde bey edleren und würdiger» Gesinnungen desselben die Tage ihres Lebens beschliesen können
Ihre
gehorsamste Dienerin.
Gelehrt


