394 Giesifthe wöchentlich-- gemeinnützige Anzeigen

Herzens gewahren: so würde ich es für meine heiligste Pflicht halMdieFeyer- lichkeiten diesesTages entweder mit dem Ruhm des gütigsten Fürsten oder mit dem tobe Ihrer Gewogenheit, meine Gönner/zu verschönern. Allein das KM Mi^eS Unvermögens und die gewisse Neberzeugm.g, .daß meine stärksten Gedanken noch immer viel zu schwach seyn werden, den Werth Mer Wohlthat zu erheben, den ich starker empfinde, als ich ihn aus zu drucken vermag; dies wird für mich Entschuldigung genug seyn, wenn ich diese meine Pflicht nur zum Theil vollziehe. Ich will diesen feyerlichen, die­sen Ehrenvollen Tag vornehmlich dadurch begehen, daß ich Sie, Magm- sicc Domme Rector, verehrungswürdrge Väter dieser Academre von der allervollkommensien Ehrerbietung und von der aufgebrachtesten Dank- geflissenheit versichere, die Ihnen unsre Gesellschaft schuldig ist. Und wie könnte ich Sie wohl auf eine überzeugendere Art davon versichern, als wenn ich heute m fciefem Tempel der Musen die Gesellschaft an die Mittel errnnre/ wodurch sie die Absichten am sichersten erreichen kann, dre ihr Durchlauchtigster Beschützer bey Dero Gnaden­bezeugungen gegen Sie, und die Sie bey Ihren allzu günstigen Empfehlungen müssen gehabt habens Ich nehme Sie, hochzu- Verehrende Versammlung/ aniezt im Namen dieser Gesellschaft zu Zeugen des Versprechens, daß der ununterbrochene Gebrauch dieser Mittel hmführo unsre einzige Sorge und unsre liebste Beschäftigung seyn soll. Welch ein Glück wird es für mich seyn, wenn Sie mich bey mei­nem Vorhaben durch Dero geneigte Aufmerksamkeit unterstützen und der Schwäche meiner Beredsamkeit durch eine nachsichtsvolleVeurtheilung edel- müthigst zu Hülfe kommen werdens Sie aber, meine theuersten Brü­der/ Sie werden meine aufrichtige Erinnerungen mit Ihrer gewohnten Freundschaft gegen mich aufnehmen und denselben um so weniger Ihren Veyfall versagen, als Sie sich bis hieher noch immer beeifert haben, des huldreichen Schutzes und der unschätzbaren Gnade des vortreflichsten Für­sten und der Gewogenheit so hoher Gönner würdig zu seyn.

Wir würden viel zu stolz auf die Ausarbeitungen ftyn, die wir unö . bisher in unfern Privat-Versammlungen einander vorgelesen haben, wir würden viel zu rühmlich von unfern Fähigkeiten urtheiken, wovon wir doch selber fühlen, wie schwach sie noch sind, wenn wir die Empfelungen unsrer Gönner und die heutige Gnade unsers Fürsten für Verdienst und nicht für < ein noch zur Zeit ganz unverdientes Glück ansehen wollten. Ja, sie sind tin unverdientes Glück, vmm Brüder. Denn waren unsre Arbeiten bisher