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mb Vachrichten.

Neun und Zwanzigstes Ststck. , Dienstags dm i6ten Iulü 1765» Mit Hochfürstl. Hessen-Darmstädtischer gnädigsten Erlaubnis.

Betrachtungen über die Mode zu Trauren^

allzugrose Liebe.für die herrschende Mode ist eine von den vornehm- CAj sten Quellen, woraus die Menschen so viele Ungereimtheiten vSSk schöpfen. Die Mode muß mitgemacht werden, sie mag vernünf­tig oder narrisch seyn, sie mag zu unferm Vesten oder zu unferm Schaden Reichen, sie mag andern einen schlechten Begriff von unferm Verstand oöer einen deutlichen Begriff von unsrer Dummheit und Eitelkeit bringen. Genua es ist Mode, und diese rechtfertigt alle Ungereimtheiten. Sie hat- eine so starke Wirkung auf die Gemüther der Menschen, daß sie wie ein Sttohm dieselben mit sich fortreißt und ihnen gleichsam nicht einmal so viel «eit erlaubt, vernünftige Betrachtungen darüber anzustellen, geschweige denn so viel Macht, sich von ihrer Gewalt loszureisen. Man kan sich fast nichts wunderbarers von vernünftigen Geschöpfen denken. Man betrach­te L E. nur einmal die Gewohnheit, daß man um eines Verstorbenen willen eine Zeitlang schwarze Kleider anlegt. Diese Gewohnheit ist so all­gemein bey uns geworden, daß sie beynahe nicht mehr willkührlich kann aenennt werden. Es sey ferne von mir, daß ich sie ganz für ungereimt und unvernünftig halten sollte. Sie kann in der That sehr nützlich wer-