wöchentlich-

getneinnWe MWM W Mchrichten?

Sechs und Vierzigstes Stück.

Dienstags den irren VTovembr. 1765.

Mit Hochfürstl. Hessen-Darmstädtischer gnädigsten Erlaubnis.

Vorschläge zur Verbesserung einiger sehr gewöhnlichen Fehler in der Rinderzucht.

(®|?ine gute Erziehung ist unstreitig der größte Schatz, den Eltern ih- jSke« ren Kindern hinterlassen können. Wer dieses leugnen wollte, müßte nicht wissen, daß die Erziehung den stärksten Einfluß in die zeitliche und ewige Glückseligkeit oder Unglückseeligkeit der Menschen hat­te. Doch es sind wenige, die dieses nicht wüßten. Aber desto mehr ist es auch zu verwundern, daß Eltern, die doch dereinst vor jenem schrecklichen Richterstuhle erscheinen und in der Gegenwart ihrer Kinder Rechenschaft von der Erziehung derselben ablegen sollen, mit einer so unverantwortlichen Sorglosigkeit ihre Kinder wie das Vieh aufwachsen lassen und sich so we­nig darum bekümmern, ob sie Verehrer der liebenswürdigen Jugend oder Sclaven des verdammlichen Lasters, ob sie nützliche und treue Bürger des Staats oder eine Pest der menschlichen Gesellschaft, ob sie leutseelig, sanstmüthig und menschenfreundlich, oder mürrisch, hochmüthig, und Menschenfeinde werden. Wir müssen es gestehen, daß wir uns oft un­aussprechlich über diese Sorglosigkeit betrübt haben, und besonders über die Sorglosigkeit, womit man in unsrer Stadt die Kinder erzieht. Wir reden hier nicht von der Erziehung in den öffentlichen Schulen, weil wir

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