Ausgabe 
10.9.1765
 
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lmd Nachrrchtett. 2-5

Empfindungen und nenne den Zustand solcher Empfindungen einen Gemüths - Schlaf / (fomnum mentis) welchem die Wachsamkeit des Gemüths (vigilia mentis) entgegen gesetzt wird. Er merkt da- bey in einer Note, an, daß diese Benennungen in einem gesunden, obgliech etwas veränderten Verstand, schon bey dem Philo Judaus zu finden. Iw' dem folgenden io. uud ir. §. beweist er, daß sich dieser Gemüthsschlaf in dem Zustand confufer und deutlicher Ideen, wenn wir in diesen nämlich, wie in jenen, auf dunkle Vorstellungen kommen, allzeit bey uns finde, und macht daraus den Schluß, daß wir in Wachendem Zustand auch einem Gemüthsschlaf unterworfen seyen.. Darauf zeigt er, wie sich dieser-be­sonders in Den Atfectm offenbahre , weiter in den sogenannten Gewöhn- Helts-Handlungen/die wir ohne unser Wissen thun, ferner, so oft wir irren, und namentlich, wenn wir uns falsche Begriffe vom bösen und «ulen machen. Weil aber diese auch auf unser wollen und nichtwollen einen Einfluß haben, welches dadurch unrichtig gebraucht wird, so merkt er dabey av, daß man diesen Gemüthsschlaf, wie er sich bey allen sündlichen Hand-- hingen zeigt,' einen logicalistbmoralischen nennen könne. Soweit aebet die Hauptabhandlung. Nun werden im § 18. die verschiedene Gra­fen des bisher beschriebenen Schlafs im Wachen gezeigt, und alle ausdem allgemeinen Satz hergeleitet: re weniger Klarheit in unfern Vorstellungen' «nd Begriffen ist, desto höher ist der Grad des Schlafs, und wie jene zu- nimt, so nimt dieser ab; daher der höchste Grad bey neugeboren Kinderw und der geringste bey Gelehrten, vom ersten Rang, gefunden wird. Im § 20.. beweist er, daß kein endlicher Geist von allem Gemüthsschlaf gänzlich zu befteyen, woraus im 21. die Folge gezogen wird, daß also auch die Seeli- aen im Himmel, ohnbeschadet ihrer anschauenden Erkentm'ß Gottes, nie völ­lig davon frey werden können, wobey auch angemerkt wird, daß sich bey ihrem Gemüthsschlaf ebenfalls Grade gedenken lassen. GOtt allein aber ist es nach dem 22. §. bey Dem gar kein Schlaf, sondern die vollkommenste Wachsamkeit zu finden, in welchem Verstand der Herr Verfasser auch die Worte Davids Pf. 21,4. erkläret. Endlich wird zum Schluß noch ange- merckt, wie Himmelweit diese Lehre, namentlich des Gemüthsschlafs, von dem schädlichen Jrthnm, Dem Seelen-Schlaf, unterschieden sey.

Dieses ist der Dornehmste Inhalt einer wohl ausgearbeiteten Schrift, die, wegen ihrer Gründlichkeit und damit verknüpften deutlichen Schreibart ihrem Herrn Verfasser eben so viele Ehre macht, als er, durch deren gründ­liche Vertheioigung, die mit einer wohlanständigen Freymüthigkeit geschähe, sich Veyfall erworben hat. * Ein-