Ausgabe 
10.9.1765
 
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wöchentlich-

gmeinWge KWigen Uliö Rachrtchtcn.

Sieben und Dreißigstes Stück.

Dienstags den roten Sepv. ,1765.

Mtt Hochfürstl. HessensDarmstadtischer gnädigsten Erlaubnis.

Zufällige Betrachtungen.

ich gewohnt bin, täglich einige Stunden spatzieren zu gehen und auf meinen Spaziergängen nicht allein Betrachtungen über die Werke des Allmächtigen, sondern auch sehr oft über die Handlun­gen der Menschen anzustellen; so besuche ich am liebsten diejenige Oerter,

die mir den meisten Stoff zu diesen Betrachtungen an bieten. Vor einigen Tagen hörte ich, daß wenigstens die Helfte der hiesigen Einwohner die Feyerlichkeiten des gegenwärtigen grosen Freyschiesens auserhalb der Stadt anzusehen gesonnen wäre. Ich entschloß mich gleichfals diesen Ort in meinen gewöhnlichen Spatzierstunden zu besuchen, weil es mir eben dazumal an einer schicklichen Materie fehlte, mit der ich meine Leser in dem heutigen Blatte unterhallen könnte. Vielleicht, dachte ich, findest du hier einige Gegenstände, die deiner Betrachtungen würdig sind. Solltest du an ei­nem Orte, wo so viele hundert Menschen versammlet sind, nicht etwas lernen oder nicht einen einzigen Menschen finden können, den du deinen Le­sern entweder zur Nachahmung oder zur Verabscheuung anpreisen töntest? Gesetzt auch, es kämen wenige vernünftige Leute dahin; so kannst du doch gus dm Handlungen der Thoren Weisheit für dem Herz sammlen. D/e-

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