Ausgabe 
9.7.1765
 
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Folgendes Gedicht ist uns zugeschickt worden.

Das ärgerliche und lächerliche.

Mann junge Madgen spröd sich stellen

Und zu Matronen sich gesellen Das ärgert mich.

Doch wann die alten sich bemühen, Uns listig in ihr Garn zu ziehen. Dann lache ich.

Wann Schönen die wir stets ver­ehren,

Das Küssen immer uns verwehren, Daö ärgert mich.

Doch wann sie endlich sich ent­schliessen ,

Und niemand sie verlangt zu küssen, Dann lache ich.

Wann Laura alzu heilig scheinet, Und fast bey jedem Schertze weinet, Das ärgert mich.

Doch wann man bald hernach er- fähret,

Daß sie die junge Welt vermehret, Dann lache ich.

Wann Madgen mit verwünsihten Trieben

Nur unftr Geld, uns niemal lieben, Das ärgert mich»

Doch wann em jeder nun entfliehet, Der sich vorher um sie bemühet, Dann lache ich.

Wann Climon der doch nichts ver­stehet,

Tiefsinnig durch die Strafen gehet, Das ärgert mich.

Doch wann bald alle die ihn kennen, Ihn, den bekannten Gecken nennen, Dann lache ich.

Wann Bav dem Geist und Feuer fehlet

Uns stets mit seinen Versen quälet, Das ärgert mich.

Doch sehe ich sie zu den Flammen

Beym Tobacksrauchen schnell W dämmen

Dann lache ich. j

Wann Stax mit uns gantz unent- blöder

Von nichts als feiner Heimath redet, , Das ärgert mich.

Doch wann ihm bald ein andrer saget, Wie sehr er unsre Ohren plaget Dann lache ich.

Wann Stump dem es an Stofe feh­let.

Uns etwas hundertmal erzählet, Das ärgert mich.

Doch wann da er mich bald getödtet, Er nun von meiner Doris redet, Dann lache ich.

Ee r ' Wann