und Nachrichtet-, W
die Vestung Giestn schleifen. Und obgleich gedachter Landgraf, auS der Gefangenschaft des Kaysers, im Jahr is$^ wieder befreyet wurde, und is<?o. die Vestung wieder herzustellen anfinge, auch in Zeit von fünf Jahren, den Wall, den Graben, die Rürg-Mauer und die vier Stadt- Thore gröstentheils wieder zu Stand brachte: so überlies er doch, bey seinem 1(67. geschehenen Absterben, die Vollendung des VestungsbaueS seinem zweten Sohne, Ludwig, demAeltern/ der, nach dem vätter- lichen Testament, das Oberfürstenthum Hessen bekäme, und bald nach des Vatters Tod in dem Bauwesen fortfuhre, da er denn insonderbeit die Wachtstube über dem Selzerthor aufführte, woselbst auswärts das in Stein gehauene Heffsche Wappen stehet, mit der Unterschrift:
Capttrs erat princeps, non Marte, fed arte» Philippus> i j-47. Cum bene munitum deftrueretur opus.
Nominis hoc patrii Ludovicus amore refecit 1^71. Anno bis feptem Lultra fequente novo.
Principe dignus honos, patriae farcrre ruinas» A quibus Hafiiacos, Chrifte, tuere polos.
Eben dieser Landgraf Ludwig, der Aeltere/ erbauete rZ8s. das Zeughaus, welchen grosen, und von unten bis oben hinauf, von Steinen, und zwar gutentheils von Quaker-Steinen, errichteten Bau er iffrg. vollführete, wie denn, vornen auf dem Brand, am obersten Gipfel des Zeughauses, auf einem gekrümten Stein, auf welchem der aller-oberste Stein ruhet, die Jahrzahl ifO88. noch jetzo zu sehen ist. Vor 25. Jahren haben wir diese Jahrzaht noch mit unseren blosen Augen sehen können. Jetzo aber können wir es nicht anders mehr, alö entweder durch Hülfe eines Sehe-Rohrs, oder wenn just die Sonne daraus scheinet. Georg //, Landgraf zu Hessen-Darmstadt, verstärkte die Vestung wit Ravelinen und Ausenwerken, und was er, bey seinem Absterben, i66i.unausgeführet lies, das hat fein Sohn und Nachfolger Ludwig FL fortgesetzt und zur Vollendung gebracht. Seit dieser Zeit sind die Ve» siungswerke nicht weiter verstärket, noch verändert, sondern nur in dem Stand erhalten worden, worinn sie waren. In dem letzteren Engläu- diftb-Französischen Krieg haben sich mit der Vestung Giesen wichtige Begebenheiten zugetragen. Denn weil sich die Franzosen in der Landgrafschaft Hessen-Cassel recht feste fetzen wollten, gleichwohlen, wieder heraus gejaget zu werden, befürchten mußten: so verlangten sie, daß die Vestung Giesen eine französische Besatzung einnehmen solle. Und da es Dy z ihnen


