Micstsche wöchentlich-
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unL Mchrtchken.
Zehentes Stück.
Dienstags den $tcn Martti v?6$;
Mit Hochfürstl. Hessen - Darnrstadtischer gnädigsten Erlaubnis.
Gedanken über den vom seel. Mosheim, und dessen r7achfol- gern/ behaupteten Unterschied/ zwischen einem Prediger, und einem Theologen.
65? n den beliebten Schriften des auch nad) seinem Tode berühmten Herrn Kantzlers von Mosheim ist verschiedenemüle, theils gelegen- heitlich, theils umständlich, ein Unterschied angegeben, welcher zwi- schen einem Theologen, und einem Prediger seyn, und wodurch der erste vor dem letzter» einen gewaltigen Vorzug haben soll. So ist z. E. dessen Erklärung der beyden Briefe des Apostels Pauli an den Timo^ rheun; nicht für die eigentlich so genannten Gelehrten geschrieben, sondern theils für die Diener des Evangelii, und die, so sich dem LehrAmte gewidmet haben, theils auch für die, welche nur zu ihrer eigenen Erbauung die Schrift lesen wollen. Sie ist auch unter solchen Gesundheitsumständen ' sufgesetzet worden, die ihrem Verfasser den Geschmack an gelehrten, weit- kiuftigen, tiefsinnigen Untersuchungen benahmen, die vieles Lesen, Nach- schlagen, und Nachsinnen, erfordern ♦). Seine kurze Anweisung aber die Gottesgelahrtheit vernünftig zu lernen machet diesen Unterschied vollend systematisch, und widmet den zweeten Abschnitt den eigentlichen K theolo-
*; S, Leipziger gelehrte Zeitung vom Jahr 1755. Nam, 49»


