Ausgabe 
5.3.1765
 
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Micstsche wöchentlich-

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V Wil

unL Mchrtchken.

Zehentes Stück.

Dienstags den $tcn Martti v?6$;

Mit Hochfürstl. Hessen - Darnrstadtischer gnädigsten Erlaubnis.

Gedanken über den vom seel. Mosheim, und dessen r7achfol- gern/ behaupteten Unterschied/ zwischen einem Prediger, und einem Theologen.

65? n den beliebten Schriften des auch nad) seinem Tode berühmten Herrn Kantzlers von Mosheim ist verschiedenemüle, theils gelegen- heitlich, theils umständlich, ein Unterschied angegeben, welcher zwi- schen einem Theologen, und einem Prediger seyn, und wodurch der erste vor dem letzter» einen gewaltigen Vorzug haben soll. So ist z. E. des­sen Erklärung der beyden Briefe des Apostels Pauli an den Timo^ rheun; nicht für die eigentlich so genannten Gelehrten geschrieben, sondern theils für die Diener des Evangelii, und die, so sich dem LehrAmte gewid­met haben, theils auch für die, welche nur zu ihrer eigenen Erbauung die Schrift lesen wollen. Sie ist auch unter solchen Gesundheitsumständen ' sufgesetzet worden, die ihrem Verfasser den Geschmack an gelehrten, weit- kiuftigen, tiefsinnigen Untersuchungen benahmen, die vieles Lesen, Nach- schlagen, und Nachsinnen, erfordern). Seine kurze Anweisung aber die Gottesgelahrtheit vernünftig zu lernen machet diesen Unterschied vollend systematisch, und widmet den zweeten Abschnitt den eigentlichen K theolo-

*; S, Leipziger gelehrte Zeitung vom Jahr 1755. Nam, 49»