Viestsche wöchentlich- WÄmW KlWigen W Nachrichten.

Neun und Vierzigstes Ststck.

Dienstags den zem Deeembr. 1765.

Mit Hochfürstl. Hessen -Darmstädtischer gnädigsten Erlaubnis.

Vermischte Gedanken be^ einigen Begebenheiten/ welche y-iv unfern Lesern zu weiterem Nachdenken mittheilen.

iSKer Tod könnte die Menschen am beredtesten die Tugend lehre»/ wenn sie sich nur besser mit ihm bekannt machten. Allein niemand sucht so zu leben/ wie er in der letzten Todesstunde wünscht/ gelebt zu haben.

Man sagt: die wahre Buße kommt nie zu spat. Aber kommt sie dann zu früh/ weil du sie aufschiebest? Siehe zu / dieser Augenblick kann der letzte deines Lebens seyn. Es ist noch eine gross Frage/ ob die Buße Gott angenehm ist/ die du alsdann thust/ wenn du den Tod vor Augen stehest und keine Gelegenheit mehr hast den Anbetenswürdigen zu belei­digen.

Es giebt viele/ Die m der Stunde ihres Todes G-Ott zum erstenmate mit Ernst um Gnade anfleken/ und die Sünden verfluchen/ wodurch sie ihn ihr ganzes Leben hindurch erzürnt haben. Können diese nicht mit Recht erwarten/ daß sie GOtt erhöret? Frage doch erst: Ob GOtt auch verlangen kann / daß die Menschen seine Stimme hören/ diese Stimme,

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