und Nachrichten. 5

zu reiten und ihn absteigen zu lassen. Dcr Vatter ließ es geschehen. Kaum ober saß er auf dem Pferd, so schrie jcderman daß er der unbarmher­zigste Vatter seyn mußte/ mdem er ein so junges Kind nicht bet; sich auf das Pferd setzte.

So unlchuldig auch Uibelbran bcy diesem ungerechten Vorwurf war/ so wollte er sich doch auch bey diesen Tadelsüchtigen beliebt machen, und entschloß sich nebst seinem Sohn zu Fuß zu gehen. Aber da hatte man erst den Lennen hören sollen. In der ganzen Welt waren keine grüfe- re Narren als Fnedlreb Uibcldran und sein Sohn. Ein Pferd bet) sich zu haben/ sagte jedermann/ und doch zu Fusse zu gehen. Das ist un­erhört.

Uibelbrdtt war glücklich / daß er nicht mehr weit von dem Ort ent­fernet war/ wo er übernachten und mit seinem Sohne überlegen konte, wie sie den folgenden Tag / ohne von jedermann getadelt zu werden/ ihre Reise weiter fortsetzen wollten. Einige erzählen (uns aber scheint diese Er­zählung etwas fabelhaft) sie hätten nach langer Uiberlegung durch das un­gestüme Zureden einiger Reisegefährten, sich endlich entschlossen, das Pferd, welches durch die allzugrose Last auf dem Rücken verwundet, und durch die schlimmen Wege äusserst abgemattet gewesen sey , auf eine Tragbahr zu befestigen, und es auf diese Art mit Hülfe noch verschiedener anderer Per­sonen fortzutragen. Kaum erreichten sie aber mit diesem possrlichen Auf­zuge ein Dorf so wurden sie von der Bauernjugend umringt/ und der Aufiauf und Lärm wurde so gros, daß Uibeldran gewiß nicht unversehrt Davon gekommen seyn würde/ wenn nicht ein vernünftiger Fremder/ wel­cher eben den Weg durch das Dorf nahm/ die Knaben zurück gehalten

Uibefonrn erzählte diesem vernüftigen Fremden aus Dankbarkeit ge­gen seinen Veysiand ganz kurz die Geschichte seiner Reise, und sagte ihm, daß er sich so viel ihm möglich gewesen wäre, bemühet hätte, allen Men­schen zu gefallen, und dennoch hätte ihn beynahe jedermann verspottet. O mein Herr, antwortete der Fremde, erstaunen sie darüber nicht. Die allerbesten Absichten werden manchmal von den Menschen ohne alle Vernunft und Uiberlegung getadelt. Man muß zufrieden seyn, wenn man den Beyfall der vernünftigen erhält. Denn der Sterbliche muß noch gebohren werden, der es allen Menschen recht machen kan. Zu- weilen muß auch der Weise, um gewissen Leuten zu gefallen, Ungereimt- heilen in seinem Plane dulten , die er selbst Mit dem grösten Widerwil-

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