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ganz zu ihrem öden Herzen verwehren! Denn wie trage sind sie nicht, wenn sie die Tugend ausüben, und wie verdrossen, twn.il sie die stetigen Pflichten erfüllen sollen, die die Religion so sehr von ihnen fordert! Wie wenigen sind die unausbleiblichen Strafen eine Warnung für vem Laster! Wie viele hingegen bleiben bei) den ewigen Belohnungen der Tugend ungerührt! Wer empfindet das Mitleids eines Christen bey den Thränen des Armen? Wo sind die Geduldigen im Leyden! Was ist gröstr und edler, als die Liebe gegen die Feinde, und welche Pflicht wird weniger ausgeübt, als sie? Was macht uns steliger als der Gehorsam gegen GOtt, und was ist seltner als er? Es ist wahr, man hn aufdas stqrckste von der Verbindlichkeit überzeugt styn, allen diesen Pflichten ein Genüge zu thun, und man kan doch nicht darnach leben und alle seine Handlungen darnach einrrch- ten wollen. Was hilft es uns aber, wenn unser Verstand von den Wahrheiten unsrer Religion überzeugt M, und unser Herz bleibt ungebessert? Soll dieses verbessert werden, so müssen die größten Veränderungen darinne vorgehen. Alle seine Leidenschaften müssen hier rege gemacht werden. Es müssen nicht nur traurige und schreckliche, sondern auch angenehme, frohe, grose und edle Empfindungen in ihm erweckt werden. Das Laster muß ihm in aller feiner Abscheulichkeit, und die Tugend in ihrer eignen Liebenswürdigkeit geschildert werden. Man muß ihm den erzürnten Allmächtigen mit allen seinen Donnern, womit er den Gottlosen zerschmettert, man muß den verMnten Unendlichen zeigen, der mit allen Schätzen seines Himmels die Tugend belohnt. Kan aber wohl jemand diesem Geschälte ein vollkommneres Genüge leisten, als der Poet. Niemand kan das Herz in stärkere Bewegung nnd Flammen setzen, als er. Denn ist nicht die Erkentnis, die er uns bevbringt, die thätigste? Wirkt sie nicht am mächtigsten auf unser Herz? Wer kan in unö eine grösere Liebe zur Tugend und einen unsterblichen Haß gegen das Laster erwecken ? Wer kann uns den Allmächtigen im Grimme furchtbarer und den unaussprechlich Gütigen, vät- terlicher und liebenswürdiger vorstellcn?
Der Dichter kann auch durch seine nachdenckliche und rührende Vorstellungen unsere Ehrfurcht gegen den Allerhöchsten vergrösern und unfern Glauben an ihn lebendiger und stärker machen. Penn wie erhaben und, majestätisch kann er uns nicht den.Ewigen auf seinem Throne, schildern. Und wenn er uns jene entfernte Secligkeiten beschreibt, in welche Lebhastigkeit, in welches Feuer setzt er. da nicht unsre EinbildungsKrast Mit kcken glänzenden und entzückenden Bildern weiß er da nicht unsre Hof- nungen


