HL8 Giesische wöchentlich - gemeinnützige Anzetzen

beschafftigke, zue Saatzeit mit seiner Feldarbeit nicht fertig werden kontöt und daher seinen Waitzen auf Aecker, die nur zweymal waren gepflüget wor- den, säete; zur Zeit der Ernte aber empfand er es genug; denn diese war sehr gering .Geschiehet es in einer Landschaft, worin man gewohnt ist, die Ae­cker zu Waitzen nur drei-mal zu pflügen, daß die Pachter, welche gute Gewän­ne haben, in den Jahren , worin man mit der Arbeit weit gekommen ist, einen Theil ihrer Aecker viermal pflügen; so wissen sie wohl,'daß ihnen das letzte Pflügen durch die Früchte, die sie einernten, gar wohl bezahlet wird. Gleicherweise sind unsere Pachter im Lande gewohnt, zu .Hafer nur einmal zu ackerenaber es ist keiner, dem unbekannt wäre, daß die zu Som- merfrüchten bestimmete Aecker eine weit reichlichere Ernte geben, wenn mau sie gleich nach der Ernte gestürzet hat, und sie, ehe man sie besäet, noch- einmat pflüget.

Im Jahr 1719- ließ Herr Dein einen Theil der Aecker, worauf er wollte Hafer säen lasten, dreymal pflügen;- und ungeachtet dieses Jahr sehr trocken, und vor das Sommergetraid nicht gut war,so hatte er aus diesen so zubereiteten Aeckern eine völlige Ernte. Sein Hafer blieb in. gutem Stande, bis zu feinet vollkommenen Zeitigung,, und dessen Kösrm warm vortreßich.

Ebenderselbe lless einen Acker, der mit Waitzen sollte besäet werden, und den er nicht hatte düngen lassen, fünfmal pflügen. Als man erntete, war der Waitzen höher und schöner auf diesem Stücke, als auf den benach­barten Aeckern, welche nach der Gewohnheit des Landes waren gedünget? und gebauet worden. Nichts beweiset die Wahrheit der Grundsätze besser, welche wir uns bemühet haben, in allen, unfern Werken von dem grossen. Nutzen des Pflügens sestzusetzen.

Da diese Dinge durch viele Erfahrungen bewiesen sind, und als unstrei- ssg wahrgenommen werden, warum pflügen dann die Pachter (Ackerleute > das Land nicht mehr? verschiedene Ursachen halten sie davon ab. i) Giebt es Pachter, welche die Stoppeln zur Wayde für ihre Heerden erhalten wollen Riffen sie dieselben gleich nach der Ernte um; so würden sie sich dieses Vortheils berauben. Einessolche Ursache, welche in Absicht auf die Gegenden , die stark bebamt werden, gut seyn kan, ist in Ansehung der Lünderepen, -dabey Heiden und Wevdelanp sind, wo sie ihre Heerden. hin--

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