58 Gl'esrsche wochettklrch^ gemeinnmzige Anzetzm

Anno if sL den io Januar, ist die Lahn allhier so gros gewesen, daß das Wasser allenthalben in die Stadt gegangen ist, also daß die Leute ihr Vieh auf die Böden der Hauser bringen müssen. Es hat auch sonst an der Frucht auf dem Feld grosen Schaden gethan, und Brücken und Ste­ge zerbrochen und hinweggesührt.

- Anno i f82 ist die hiesige steinerne Brücke über die Lahn erbauet worden.

Anno i f-7 grassrte die Pest allhier, und es stmben daran zoc> und etliche Personen.

Anno 1606 stürben an eben dieser Seuche 50 Personen.

Anno 1611 (dieß sind die eignen Worte unserö Manuscr-pts) war die grose Thmrung. Ein Achte! Korn galt 5 und einen halben auch wohl 6 ff; der Weitzen 7 ft dieß rvahrte von Ostepi bis in die Erndte. Nach der Erndte bis in das i6i z. Jahr galt das Korn 4 ft der Weitzen $ fl. GOtt behüte uns ferner vor solcher Theurung gnädiglich!

z Anno 161^ auf Johannis des Täufers Tag fing die Pest allhier an Md wahrte bis Michaelis. Es stürben 21? Menschen daran.

Anno 1614 den 21 Novemb. ist^ein solch groses Gewässer hier gewe­sen , daß man an etlichen Orten mit Schiffen gefahren hat, und an vielen Orten bis an den Gürtel hat baden müssen. Die Wisseck brach durch die Schor in den Wallgraben, und lief die ganze Nacht hinein. Des Mor- gends brach die Lahn auch in den Wallgraben. Man steuerte dem Unglück in dem man beyde Oefnungm mit Mist und grosen Hölzern verstopfte. Der Schaden in den Kellern und auf den Dörfern die an der Lahn liegen, wi Vieh, Frucht und Saamen im Feld war unbeschreiblich groß.

So ungegründet überhaupt die Vorurtheile find, nach welchen der kurzsichtige Thei! des Publicums die Erfindungen tiefsinniger Gelehrten zu Veurtheilen gewohnt ist: so falsch ist insbesondere die Meinung, daß die meisten Entdeckungen derselben entweder gar keinen, oder doch nur einen sehr entfernten Einfluß auf die Glückseligkeit des menschlichen Lebens ha­ben sollen. Es wäre uns leicht, das Gegentheil dieses irrigen Gedankens durch sebr viele Veyfi)iele darzuthun. Wir wollen es aber itzt nur bey ei­nem einzigen, bewenden lass'wdas allen unsern vernünftigen Lesern ebenso an­genehm als unerwartet seyn wird. Ein Gelehrter, der uns unbekannt ist, weil sich in seinem Brief den erborgten Nahmen Anchr§pc>phrl gege-