r-6 Giesische wochemlich«- gemeittttLtzrge Attzeigttt
geringere. Jene entstünde ans einer Beleidigung der vier Haupttugenden, der Tapfferkeit, Keuschheit, Frömmigkeit und Treue; die geringere aber a) aus einer unehligen Geburt, b) aus einer unflätigen, niederträchtigen und verachteten Lebensart und Gewerbe.
A (• Huthii Spccimen Jur, german. de bis qui norantur infamia s XVI. feqq. - : ■ . ; J ** ; 1 . <
'' Unter die letztere Abtheilung b) gehörten i) diyeulge? welche sich aüffekße liederliche Art nährten, an sich verächtliche Künste trieben oder sie auf eine verächtliche Art ausübten, als Katzenritter oder Katzenbiftr *) Kämpfer, Schalksnarren, Bickelhering, Gauckler, SeiltänzerWahrsager, Zei- chendeuter, Seegensprecher/Störger, Wurzelkrämer/vagircnde Spielleute, Leyrer, Pfeiffer, Trompeter u.si w.
*) diese stritten Mit Thieren s. Riccii fpicilcg. Jur. Germ. p. 640. r) welche geringe öffentliche Aemter bekleideten, als: Scharfrichter, Amtsdiener oder Amtsfronen, Bitte! oder Kerckerknechte, Thurnhüter, Toden- graber, Gagenkehrer, Winkelfeger, BettelvöZte, Flurschützen, Waldhainzen, Zöllner u. s. w. 3) gewisse Handwerker r fürnemlich Schinder, Schäfer, Schweinschneider, Gerber, Kirschner, Barbierer, Bader, B'ruchschnit- ter, Müller, Leinweber und andere mehr, welche Fromman in seiner ME de levis notae macula §. 20. & feqq anjühret.
Der Grund der Ehrlosigkeit pnd Verachtung dieser Handwerker war unterschieden. Bey denen Müllem und Leinwebern gab das Sprüchwort: Gelegenheit macht Diebe, zur Vermuthung Anlaß, daß sie sich der b.eqffe- itien Gelegenheit, von denen ihnen anvertrauten Gütern unvermerkt zu entwenden, bedienen würden.. Es sind mancherley nachtheilige Pgroenmn von ihnen bekannt, als
Der Müller mit der Metzen, * ' <
Der Weber mit der Gretzen,
• --r Der Schneider mit der Scheer, f
Wo kommen die drey Diebe her?
* * *** ***
Ein Schalk und ein Müller, *
Eines Meisters Schüler, Sind stets Gesellen Geschickt zum stellen.
s. Pistorius im teutschen SpkÜchwörterSchatz, Cent. III. paroe- mia 4-.
ingleichen


