und Nachrichten. r-

zweck jst viel höher, unserer göttlichen Bestimmung weit würdiger; sie ge­währt uns bessere und edlere Vortheile, das Gut, das alle suchen, und we­nige finden, die Glücklelchkew. Wann dieses Gut alle andere menschliche Güter übertrifft, ja wann kein wahres Gut ohne dasselbe möglich ist, so muß die Sittenlehre vor allen denen Wissenschaften den Vorzug bebanptett, welche andere geringere Güter, entweder blos die Gesundheit des CörperS, oder die Erwerbung zeitliches Vermögens zum Zweck haben, oder sich auch wohl mit blosen Soeculationtn, deren Einfluß auf die menschliche Wohl­farth oft sehr unmerklich ist, beschäftigen.

' Die Tugend ist ihrer Natur nach und um ihrer selbst willen höchst -liebenswürdig, das Laster aber mit seinen unseligen Folßen heßlich und ab­scheulich. Eine bekannte und zugleich unbekannte Wahrheit! bekannt, wenn man auf ihre Erkenntniß, unbekannt, wenn man auf ihre Ausübung stehet. Die Tugend kan uns allein glücklich machen, sie ist die wahre Würde un­serer Seele. Was ist unser Leben, wann sie es nicht merkwürdig nrachk, wann wir nicht seine Bahn bcy jedem Schritt mit edlen und grosen Hand­lungen bezeichnen, und uns der Ewigkeit würdig machen? Was ist der gröste Gelehrte ohne sie? Ein groser Mann, ein erhabener Geist, der in der Ferne schätzbar und in der Nähe verächtlich ist, der durch die Wirkungen seines Verstandes die Welt in Bewunderung setzt, und durch die Unord­nungen seines Herzens ärgert. Wie verächtlich müssen nicht einem jeden Rechtschaffenen die Nahmen eines Politians, Baudius, Machiaveüs, Pafferani, Boulainvi'lliers, Willmots seyn; Diese Nahmen, welche die Tugend auf ewig aus dem Verzeichnis ihrer Verehrer ausschließt. Die Sittenlehre lehret uns die Tugend, dies ist ihre einzige Beschäftigung, und dahin gehen alle ihre Gebotte und Unterweisungen. Sie wird auch eben darum mit dem ihr eigenen Nahmen die Tugendlehre benennt. Wem muß sie aus diesem Gesichtspunkt nicht höchst vortreflich und groS Vor­kommen ?

Die Zerrüttung unserer Natur und das Verderben unseres Herzens jst so gros, daß uns die natürliche Schönheit der Tugend nur ein schwacher ohnmächtiger Reiz zu ihrer Ausübung ist. Wir wissen das Gesetz, das C r Reli.