3P Gr'estfche wöchentlich -genieinnStzige Anzeigen

Leben der Kinder abhangen, wird gemeiniglich sehr vernachlässiget. Die Milch wird aus den NahrungsMitteln der Amme zubereitet; je besser also und dem Zustande des Kindes gemäser dieselbe sind, desto besser muß auch die Mrlch seyn. Bey einer guten Nahrung aber kommt es im geringsten richt, wie man sich einbildet, auf die Menge der Nahrungsmittel und son­derlich auf gewürzhaste Speisen an. Diese sind vielmehr, wie der Mein, Liquems, Coffee, Chocolade , und alle andere spirituöse Getränke dis Ursache von Colicken, gichterischen Bewegungen, Schwache und Krastlo- srgkeit und dem Tode bet) vielen Kindern. Die Amme soll daher nicht nur nüchtern und masig seyn; sondern auch feine und anseuchkende Nahrunas- Mrttel geniessen. Wein muß sie sehr wenig tri nken. Des Morgens kan sie einige Glaser voll Trank, der aus Fenchelsaamen, Anis oder Ehrenpreis und ^corzonere, durch Anbrühen mit siedendem Wasser bereitet worden, sinken. Man hat von dieser Infusion angemerkt, daß sie nicht allein der Milch ihre gehörige Flüssigkeit mittheile; sondern auch überaus geschickt sey, den Magen des Kindes zu stärken, und das Gerinnen der Milch, die Darmgichter und Convulsionen zu verhindern. Das AnisOel wenn'es die Amme zuweilen einnimmt, wird ebemalw keine andere als heilsame Wirkun- gen bey dem Kinde herfürbringen. Den Tag über kan das gewöhnliche Getränk, gemeines Wasser, oder solches worin» man Brod gethan, oder auch Kofent seyn. Ferner muß die Amme alle scharfe, salzigte zusammen- zichende, und vornemlich saure Speisen vermeiden; als: Zwiebeln, Ret­tig, Knoblauch, Pöckelfleisch, Speck, Käse, rohe Früchte u. d. g. Sehr fette und süse Speisen erwecken gemeiniglich sowohl bey der Amme.als bey Dem Säuglinge Blähungen. Auch Kuchen, frisches Brods, alles Geba­ckenes, das mit Hefen eingerühret worden, und insonderheit solcher Spei­sen, vor denen die Eltern des Kindes einen Abscheu haben, muß sich die Säugende enthalten. Gtdrch im i. Theil der AlnderArankheltctt S. ; z s. und Lndlls Adhandl. von dem Verhalten der Gäunen- den, in dessen vermischten Anmerkungen 4. St. sind hievon weiter rmchzusehen.

Es ist eine üble Gewohnheit der Ammen, daß sie die Kinder fast alle Sttuwen des Tages, und zuviel saugen lassen. Sie bilden sich ein, daß Vas Schreyen des Kindes ein gewisses Zeichen sey, daß es Nahrung haben wolle: o.-eje Meynuig ist sehr ungegründet. Die Thränen, welche ein Kind vergießt sind bloß dem Gefühl einer Beschwehrlichkeit zuzuschreiben, die rheils pon dem gllzu engen Wickeln, odek weil es pon den Falten des

Wickel-