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btt lesen tu können, damit er mit völliger Gewißheit erfahren könnte, cd die SrM'miam seines Bruders in allen Stucken richtig waren. Dieses vkilosvphiscke Mißtrauen, Vas zur gründlichen Untersuchung der Wahrhest unentbehrlich iß, äuserke ec in den Jahren seiner Kindheit leibst gegen di« kehren seines Vatters, der ein würdiger Geistlicher zu Berlin war. ö horte niemals seine Predigten, ohiie andre mit einer liebenswurdiM -Of- fenherriakeit zu fragen, ob dann auch di« Versicherungen ftmes Vatters ungeiweifelk und zuverlässig waren. So deiiklich prophezeiten- schon di« kurdischen Reden des Philosophen dm künftigen grosen Geist, den kein Vor- urtkeil des Ansehens blenden sollte, die Wahrheit in ihrer eigentlchen Ge» Mt femien zu lernen. Schon in feinem achten Jahre verlohr er seiner» recktickassenen Vatter. Er liebte ihn mit einer so ungemeinen amflici)tot,
eine Krankheit di« Folge seiner Rührung war, mit welcher er ihn tum Grabe begleitet hatte. Sein Verlust wurde dadurch erträglicher, daß ihm die Vorsicht an dem unsterblichen Siegmund Jacob BauniMten einen Bruder geschenkt hatte, der noch mehr als fein Bruder, der stinVak- ker, stin kehrer, sein Freund, sein Beförderer seyn sollte. In der Welk- weisbeit war er sein einziger mündlicher kehrer. So- wichtig nun die Vor- tbeile waren, die Alexander Gottlieb auö den grosen kehren dieses erstaunlichen Bruders ernsten kante - so unzulänglich war doch für seine Wissens- Begierde der Unterricht, den er in der Philosophie von ihm erhielte. Damals war eben der denkwürdige Zeitpunck, in welchem der Haß ewiger ^beoloaen, deren Nahmen ich zu nennen scheue, weil sie ihn selbst auf ewi« geschändet haben, den gröst-n Weltweisen dieses Jahrhunderts au« S Verbannte. Damals war der Nähme des FreyHerrn von Wolf m vieler Stadt eben so abscheulich, als der Nahm« eines Spinoza oder Va- Mni Das kickt, das er in der Philosophie wieder angezuiidek hatte; dieses kickt, das die meisten kehrer der übrigen Academien in Deutschland er- euebtet«, wurde nur in Halle von dem Hauch des niederträchtigsten Neides ausgelöscht. kasterungen, Flüche und Verwünschungen waren dik sürckterlicken Gründe, mit welchen Wollens mißbrauchte GrundSatze daselbst bestritten wurden. Der Bruder meines Philosophen , der sich sonst über alle Vorurcheile so weit hinaus setzte, hatte sich doch theils von diesen entsetzlichen Beschuldigungen, theils von dem ausdrücklichen Verbot de« Königs hinreissen lassen , der Wolfisck-n Philosophie zur Zeit ihrer hitzigsten Verfolgung diejenige genauere Untersuchung zu versagen, di« sie so- ichr »erdicnte. Alexander Gottlieb hörte Eo in dem Anfang seines philosochi-


