ttttb L7<rchnchtett,

Erzichung ihrer Kinder schuldig machen, hat den Moralisten schon manche bittre Klagen ausgeprcßt. So gerecht sie sind, so wollen wir sie doch nicht vermehren. Wir suchen unfern Lesern nach unferm Vermögen in allerley Dingen nützlich zu werden, und haben es daher auch zu einem Stück un* ftrs Plans gemacht, sie bisweilen mit Betrachtungen über die Erziehung der Kinder, diesen wichtigsten Theil der gesellschaftlichen Pfl chtm, zu un­terhalten. Wir machen itzt den. Anfang darzu mit der Anpreisung eines Buchs, dessen sorgfältigen Gebrauch den gröstenEmfiuß in die Beförderung der menschlichen Glückseligkeit haben kann.

Wir sind sehr reich an vortreflichen Schriften, welche uns die Wege zu einer vernünftigen Erziehung der Kinder zeigen. Thomasius, Wolf, Meier, Darjes und viele andere haben in ihren moralischen Lehrbüchern, und Fenelon, Erousaz, Locke, May, Sulzer, Miller u. s. w. in besondem Abhandlungen über diese Materie unvergleichliche Regeln gegeben. Mein sie beschäftigen sich hauptsächlich mit der Ausbildung des edleren TheilsdeS Menschen, mit der Ausbildung der Seelen der Kinder. Sie fordern zwar sehr ernstlich, daß die Ettern mit allem ihnen möglichen Fleiß auch für die leibliche Gesundheit der Kinder wachen sollen. Aber sie machen doch über diesen Punct nur ganz allgemeine Betrachtungen. Selbst Plutarch beschäf­tigt sich in seinem unschätzbaren Werk blos im Vorbeigehen mit dieser Ma­terie , und giebt nur den römischen Matronen, die in dem Wahne stunden, daß ihnen die Natur aus keiner andern Absicht einen vollen Busen gegeben habe, als um ihre Schönheit zu erhöhen, einige weise Lectionen über das Säugen der Kinder. Man kann von diesen Männern auch nicht mehr fordern, wann man ihre Absichten betrachtet. Inzwischen ist doch die me- dicmische Erziehung der Kinder vielleicht eben so nothwendig, als die mora­lische. Daher wünschten wir oft, daß ein Gelehrter diese würdige Arbeit Übernehmen, und besorgten Eltern die Mittel umständlich beschreiben mög- te, die sie anwenden müßten, um in ihre Kinder einen Saamen zu einer künftigen dauerhaften Gesundheit legen, und sie in den mannigfaltigen Krankheiten erhalten zu können, welchen das kindische Alter so sehr ausge­setzt ist. Wir sehen mit dem grösten Vergnügen die Erfüllung unferf Wunsches in Der Abhandlung von der medicinischen Erziehung der Kinder,

T r welche

-* in s. Abhandlung über die Erziehung der Kinder, in 5. Cap. l6o^,