M« Giesische wöchentüch-' gemernnützige Attzetzm für ihn ein, daß sie von Tag zu Tag begieriger wurde, ihn von Person kennen zu lernen.
Es dauerte nicht lange, so kam Alcandor an. Die geschäftige Blandme - dann wer ist bey Liebesangelegenheiten geschäftiger als em rerbuhltes Werb? - machte sogleich ihren Vetter mit der liebenswürdigen Clrmene bekannt. Alcandor^ der seit der Zeit, als ihn Blandme nicht gesehen hatte, viel vollkommener geworden war, und sich durch seinen männlichen Muth schon im zwanzigsten Jahre die Stelle eines Hauptmanns erfochten hatte, übertraff alle Bet reibungen, welche Blandme Clünetun von demselben gemacht hatte. Es war also ganz natürlich, daß dre Achtung, welche Clrmene schon vorher für diesen Cavalier hatte, nun- mehro auserordentlich zunehmen mußte. Sie fand an ihm den schönsten und belebteste» Jüngling, der unter der liebenswürdigsten Mine die tugendhafteste Seele versprach. Und Alcandor erblickte ein Frauenzimmer, das jedermann hochfthazte und bewunderte und das sein schon vorbereitet'sHerz bey dem ersten Anblick in volle Flammen sezte. Sein erster Wunsch war ihre Gunst, und kaum hatte er Gelegenheit, mit Blandmen allein zu spre- chen, so entdeckte er ihr schon diesen Wunsch. Blandme versprach ihm alles zur Erfüllung desselben beyzutragen.
Mit der größten Ungedult erwartete Blandine den folgenden Tag, wo sie zu Clinrenen gehen konnte. Hab ichs Ihnen nicht gesagt, meine Liebste, sprach sie, als sie eben zu Clrmenen gekommen war, daß mein Vetter der liebenswürdigste Jüngling wäre? Ich bekenne es Ihnen gerne, daß ich recht stolz auf ihn bin, und ich freue mich ungemein, daß Sie nunmehro selbst meine Urtheile über ihn werden gegründet gesunden haben. Sre erlauben doch, daß er Ihnen zuweilen aufwartet ? Er schäzr Sie überaus hoch und Sie können kaum glauben, wie es mich vergnügte, als er sagte, daß er noch nie ein so entzückendes Frauenzimmer gesehen hätte, als Sie waren,
Clrmene wollte diesen Lobspruch mit ihrer gewöhnlichen Bescheidenheit von sich ablehnen. Allein vergebens suchte sie doch ihre Freude darüber zu unterdrücken, und Blandme» ihre Achtung für Alcanddrn zu verbergen. Und endlich wurde sie von Blandmerr dahin gebracht, daß sie ohne Verstellung gestünde, alle Schilderungen, welche Blandme bisher von Alcandorn gemacht hätte, wären noch viel zu schwach und Alcandor sey der einzige Jüngling, der auf das Herz des besten grauen* Mmers Anspruch machen könnte. Blandme sah diese unschuldige-Offenherzigkeit


