*1 ° Mefisthe wöchentlich 4 gemeinnötzitze Anzeigen /_

dm nur blos unter den Aermen befestigen, und sie kreuzweis um den übn- gen Leib schlagen, ohne sie zu befestigen. Die Gestalt der Wiege, darinn das Klnb lregt, und die Decken, die man an jeder Seite anbindet, verhindern gewiß hinlänglich, daß es sich nicht entblösen kan. Auch alsdann, wann man es auf dem Arm halt, muß man seine Wickelbänder, nur blos etwas lose über den Bauch an den Knien befestigen, und das Ende über die Schenkel herüber schlagen, damit sich die Füsse nicht an der freyen Luft erkalten kön­ne. Seine Arme werden durch das Camisölchen, welches man ihm amu- ziehen pflegt, hinlänglich bedeckt seyn.

Es ist wohl vor das Kind nicht leicht ein vortheilhafteres und schick­licheres Lager zu bereiten, als die Wiege. Allein ein groser Mißbrauch der­selben ist, daß man darinn das Kind, wenn es nicht einschlafen will, oder etwa einmal aufwacht, so lange hin und her bewegt, bis es wieder in den Schlaf geräth. Dieser Schlaf, da er dem natürlichen Trieb nicht gemäß ist, ist niemals so heilsam als derjenige, welcher sich von selbst einstellt Nächstdem ist der Schlaf nach diesem gewaltsamen Schütteln nicht sowohl ein wirklicher Schlaf, als vielmehr eine schwindlichte Betäubung Der Abt Hollct hat bewiesen, daß dergleichen Bewegung eine Unordnung im Kreislauf anrichte. Sie ist also zu verwerfen, und wenn sie auch noch so sanft geschähe. Uiberdas gewöhnt man das Kind daran, dergestalt, daß es hernach ohne dieses Mittel kein Auge mehr zuthun kan. Man soll auch ein Kind nicht zu lange in der Wiege liegen lassen. Die Warme des Bet­tes und das stillliegen des Cörpers schwächen es immer mehr und mehr, indem zur Stärkung derGlieder dieBewegung unentbehrlich ist. Der Kopf und Hals des Kindes soll Höhe? liegen als der übrige Leib, damit" das Athemholen und der Umlauf der Safte freyer geschehen, der Speichel von selbst ausstieffen, und das Geblüt leichter vom Kopf zum Herzen kommen könne. Auch soll man es nicht immer auf eine Seite oder immer auf den Rücken legen, sondern mit der Lage immer abwechseln; doch so daß man es nicht zu oft auf den Rücken lege. DieDeckeüber derWiege ist sehr nützlich, wenn sie nur hoch genug von dem Kind, und wenigstens anderthalb Fus hoch von feinem Kopf entfernt ist, und die Wiege nicht dergestalt einschliest, daß gar keine Lust dazu kommen kan. Weil die Kindergern nach dem Licht und nach jedem Dmge, das einen Hellen Glanz hat, Hinsehen, so muß man die Wiege so stellen, daß sie nach dem Gegenstand, den sie gern anblicken, gerad Hinsehen können ohne seinem Blick Gewalt anzuthun. Unterläßt man diese Vor*