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*7° Wochenblatt.

Aber sind denn wohl die Beyspiele brandartiger Schwärmer so rar in der Welt, daß wir erst nöthig haben, ihr Gedächtniß zu verewigen? Unser Welt wimmelt ja von schönen Geistern dieser Art, welche an wohl, besetzten Tischen Gott spotten, von dessen Händen sie ihre Speise und Ge­tränke annehmen; die Natur radeln, deren Gesetze lauter Wohlthun für sie sind, von welcher sie aber kaum eine gemeine Känntniß haben und die Wahrheit mit sinnlosen Anspielungen des Witzes beleidigen. Jeder dieser Unglücklichen weiß gar wohl, und wird es in feinem Innern wider seinen Willen vekennen müssen, daß sinnliche Begierden, welche sie niemals oh. ne Ausschwestung denken lassen, weder Wahrheit, noch Vollkommenheit sind; er hat nur kerne Idee, die lebendig und stark genug wäre , um dem Brang seiner Sinnlichkeit zu widerstehen.

Ist es nun nicht unverantwortlich, wann em anderer Unglücklicher sich ein Geschäfte macht, rasende Ausschweifungen mit Zucker zu überzie­hen, und damit seinen armen Nebenmenschen zu vergiften. Wahrhaftig! diese und keine andere kann die Absicht deö Verfassers gewesen seyn.

Er wählt zum Gegenstand seiner Geschichte ein Subject, das weder boshaft, noch einfältig, oder sonst in andern Rücksichten schlecht wäre. Nern, er giebt seinem wereher eine zarte, weiche, und zu freundschaftli­chen Eindrücken fähige Seele, er giebt ihm mit dieser schönen Seele eingro- seS Genie, das sich über die Sphäre des gemeinen erhebt; er giebt ihm ei­ne vollkommne gute Erziehung, und legt ihm sogar die wichtigsten Wahr­heiten der Religion in den Mund. Nachdem ihn der Verfasser mit allen diesen vorcheilhaften Eigenschaften ausgeschmückt, und hoch über seine Nebenmenschen erhoben hat, borgt er ihm mit gleicher Freygebigkeit allen Vorrath seines ausschweifenden Witzes, wenn es drauf ankommt, der Vorsehung, der Natur und der Wahrheit zu spotten.

Spricht hingegen der rechtschaffne Albert / oder schreibt der gute Wilhelm/, so versäumt der Verfasser nicht, um den Contrast recht abste­chend zu machen, solche schwache, solche seichte Gründe ihnen anzudichten, N6 sie selbst durch ihre Vertheidigung die Wahrheit erst lächerlich ma­chen müssen. Der Verfasser schämt sich so wenig, daß er in dem letzten Brief uns sogar weis machen will, als fty werrher inbtn letzten Au- ; genblr-