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Giess»

Wocherv latl.

Zwey und Zwanzigtes Stück.

Dienstags den }o, May t77f.

Mit Hochfürstl. Hessen Darmstadttsckcr gnädigster Erlaubniß.

Brief an eine Freundinn über die Leiden des

jungen Werthers

wenigen Satze, welche ich aus Werthers Leiden gezogen, und J so wie sie sind, in ihrer häßlichen Blüse dargestellk habe, sind mehr als zureichend t das ganze Lieblingssystem in einem Blicke zu über­sehen, womit der Verfasser die Welt unter dem entlehnten Namen ferne- werehcrs trostreich erbauet. Kurz! Gort ist ein Tyrann/ diePforur ein Ungeheuer/ und der Mensch ein Pforr, wenn er nicht der ausschweifendes^ Begierde zu Sinnlichkeiten / die ihn allein gr-s macht/ sich selbst und das Leben stines Plachbars avfopfert.

oitfo kann mir einigermaßen vorstcllen, edle Freundinn! was Sie nach der Güte ihres sanften Charakters zur Entschuldigung des -Verfasser- sagen möchten. Ja, sagen sie vielleicht, cs ist wahr, diese Sätze sind sinnlos, allein sie sind nicht die eignen Sätze des Verfassers , er hat sie nur entlehnen müssen, um seinen Lesern die versteckte Triebfedern zu zeigen, welche Werthern zu allen seinen auöschweilenden Sinnlichkeiten haben stim, men können.

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