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276 Wochenblatt.

denn das Mitleid ist eine kurz dauernde Leidenschaft. Nunmehr fieng er die Menschen an aus einem ganz andern Gesichtspunkte anzusehen, als vor­her geschehen war. Er entdeckte tausend Fehler, die er zuvor nicht.einmal geargwöhnet hatte. Wo er hinsah, trug Undank , Verstellung und Verratherey das ihrige bey, seinen Abscheu gegen sie zu vermehren. Er beschloß also eine Welt zu fliehen, die er haßte, und die seinen Haß mit Verachtung belohnte; er begab sich aufs Land, um in der Einsamkeit über seinen Unwillen zu brüten, und mit dem einzigen rechtschaffenen Herzen um­zugehen , das er kannte, nämlich mit seinem eignen.

Die verliebte Bäuerin.

Ich weiß fürwahr, mir ist nicht recht;

Ich werde matt und blaß

Ich esse nicht, ich schlafe schlecht, Und sinn ohn Unterlaß.

Ja denk ich an den Kirmes - Tanz

So wallt mein ganzes Blut;

Dann denk ich an des Nachbars Hans, Und glaub, ich sey ihm - gut.

Die Mutter fragt mich ost darum, Mein Kind, was fehlet dir?

Die gute Frau, ich bin nicht dumm, Und drum verheel ichs ihr.

Des Pfarrers Hannchen macht es so, Die doch weit klüger ist.

Sie spricht: man küßt noch eins so froh,

Wenn man verschwiegen küßt.

Die Mutter scharst mir so genug

Dre strenge Keuschheit ein.

Stets heißt es: Kind, du bist zu Jung, Ja, gar zu jung zum greyn.

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