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Wochenblatt.
gen: fo wird solches nut vor eine unnütze Neugier gehalten. Wenn aber ,uberbem ein Naturforscher bey Untersuchung fremder Naturalien, aus ent- fernten Gegenden, und die bey uns nicht gefunden werden, den äusersten Fleiß anwendet: so pflegt sich zugleich die Bewunderung darüber zu »er. voppeln, und man meint mit zweyfachem Grunde dagegen einwenden m können: daß es nicht nur eine vergebliche Arbeit ,ey, sich mit nahen und leicpt zu erhaltenden Dingen, die aber wenig, oder gar keinen Nutzen Mt« ten, zu beschäftigen; weit lächerlicher aber sey es entfernte Naturalien, aus weit entlegenen Ländern zu untersuchen, welche man kaum habhaft werden könne. Sie glauben nemlich, daß man solche Dinge gänzlich entbehren und mit allein Zsechte vernachtaßigen könne, die nur denen Nutzen brächten, die sie in Der Nähe hätten und in dem Besitz derselben wären. Damit man al|o desto besser im Stande seyn möge, sich einen deutlichen Begriff von der wunderbaren Absicht und Beziehung der natürlichen Dinge auf einander und des gegenseitigen Nutzens unter denselben zu machen, so wollen wir nur einige per allerbekanntesten durchgehen , woraus denn sehr leicht, auch wird^" flUf Cm Nutzen der Naturgeschichte zu schliessen
Die Alten glaubten, daß alles entweder zur Nahrung, oder zur Ar. zeney geschaffen sey; so daß, in Absicht des Nutzens Der natürlichen Körper' immer nur die Frage entstand, ob solche zum Essen, oder eineKrank. hett zu Heben , dienten ? oder auch, wie vielerley Heilkräfte dieses oder ie. nes hatte? Und wenn eine Pflanze, oder ein Thier, in diese beyde Klassen -ncdt gebracht werden konnte, so bekümmerte man sich, als eine unnütze «Sache, nicht weiter darum. Es ist zwar wahr, daß von vielen natürii. chen Dingen em unmittelbarer Nutzen unbekannt sey, billig aber zu vermü. then, daß diese dennoch auf eine mittelbare Art uns höchst nützlich sind.
Das Heu, welches wir im Sommer einsammeln, ist zwar unmittel. bar vor unsere Magen nicht schicklich; aber mittelbar ist es auch vor untz eme Sache von der größten Wichtigkeit, Da es vielen Spieren Nahruna giebt, welche hernach, theilS dm» die Dienste, die sie uns leisten. S selbst $ur Speise uns unmittelbaren Nutzen verschaffen. 8
. Die kleinesten Blattläuse, welche sich auf verschiedenen Bäumen und Krautern aufhalten, scheinen uns zwar gar keinen Nutzen zu haben, aber


