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verliert einen großen Theil seines kurzen Lebens, und macht es durch seinen Unbestand mithin noch kürzer. Ein reicher Nachbar erweckt Neid und «in zänkischer Gefährte üble Laune, so bald ,er nur erscheint. Der sicherste Weg ist, sich nicht zu sehr in Gesellschaft zu zerstreuen und bloß sich Venen zuzugesellen, die uns bessern, so wie wir sie.

Diese Beziehungen sind wechselseitig: denn indem wir lehren, lernen wir. Ich gestehe es aufrichtig, daß ich mich nie einer großen Gesellschaft sicher anvertraue: Denn nie komme ich wieder als derselbige Mann nach Hause, der ich war, als ich, fortgieng: es ist allezeit wieder etwas in Un­ordnung gerathen, das vorher ordentlich war: irgend eine Leidenschaft, die ich unterdrückt harte, hebt wieder ihr Haupt empor: und es geht mit un» fern Seelen gerade, wie mit unfern Körpern nach einer langwierigen Krank­heit, wo wir so zärtlich sind, daß die geringste Luft uns wiedereinen Rück­fall zuzieht. Jsts aber wohl Wunder, wenn eine zahlreiche Gesellschaft gefährlich ist, wo jeder einzelne Mensch durch seine Worte, Beyspiel und Betragen einen Eindruck aus uns machen, oder durch eine Art von Seuche Uns unvermerkt mit einem oder dem andern Laster anstecken kann? Je größer die Menge, desto gefährlicher. Hauptsächlich hüte man sich vor öffentli­chen Schauplätzen, wo sie das Verderbniß der Sitten unter der Maske VeS Vergnügens einschleichet: man vermeide Schauspiele der Grausamkeit und deS Blutvergießens: man fliehe diejenigen, die immer heulen und wehklagen r sie können es ehrlich meynen , aber sie stören den Frieden. Man giebt Leuten, Vie niedergeschlagen oder furchtsam sind aus Liebe für !ie, einen Aufseher, damit sie nicht Unglück stiften, wann sie alleine sind; o auch hauptsächlich, den Unvorsichtigen, Die durch Befriedigung ihrer Begierden, oder Anschläge, die sie machen, sich selbst oder andern Un­glück zuziehen.

Almerica war ein junges Frauenzimmer vomgroßem Vermögen und großer Schönheit: was ihre Reizungen aber noch mehr erhob, war'ihre ausnehmende Empfindsamkeit. Sie. hatte eine große Anzahl Verehrer. Allein, obgleich viele von ihnen reich und vornehm waren: so war doch ihre Gesellschaft ihrer nicht würdig, statt sie also in ihrem Gesuche zu ermuntern, Hermied sie dieselbigen vielmehr mit Verachtung. Alonzo, ein junger Mensch von einem guten Hause, aber arm, erhob'auch seine Wunsche zu i-r. Seine Gedanken und seine Worte stimmten mit Wgen überein,