Wochenblatt- l9
Strich Landes- der eine halbe Elle lang, und einen ganzen Viertel Zoll breic ist. Sie hat wohl hundert ärmere Ameisen zu ihrer Bedienung, und zum wenigsten funszehen Gerstenkörner in ihrer Scheure. Sie hat eben jetzt einen Proceß wieder eine andere Ameise, die ihre Nachbarin , aber kaum dem fünfzigsten Theil so reich ist, ob sie gleich so gut eine Ameise »sie als jene.
Sier kömmt eine andere Ameise von großem Ansehen: alle andere Ameisen erweisen ihr die grüsten Ehrenbezeigungen. Warum? .Sie tragt em Stückchen weisses Stroh in ihrem Munde, und würde dieses Stroh nicht gegen den längsten Strich des ganzen Ameisenhaufens vertauschen. Cs ist ihr aber auch blutsauer geworden, dieses Stückchen Stroh zu erlangen, und wer will es ihr verdenken, daß sie sich auf dessen Besitz eben so viel einbildet, als der Mensch auf den Besitz des Goldes , welches in den Augen eines höhern Wesens keinen größer» Werth hat, als diese- Stückchen Stroh in den Augen de- Menschen.
Indem kommt der Tod in Gestalt eines SperlingeS äuf den Ameisenhaufen geflogen, und verschlinget alle Ameisen ohne Unterschied, dir Ameise von vornehmen Stande und ihre Schmeichler- die reiche mit ihren Tagelöhnern, die mit dem weissen Srrohhälmchen und ihre Verehrer.
Kömmt uns der Stolz dieser Ameisen lächerlich vor, so könnten wir versichert seyn, daß der menschliche Stolz in den Augen höherer Wesen, und besonders in den Augen des unendlichen GotteS wenigstens eben so thöricht ist. Was mus der wohl bey unserm Stolze denken, dessen allwissenden Augen nichts verborgen bleibet, der unser Elend eben so vollkommen durchschauet, als die Nichtigkeit aller derjenigen Dinge, auf deren Besitz wir uns eben so viel einbilden als jene närrische Ameisen?
Hirsch-Ziemer-Pastete.
Schneide aus einem Hirsch - Ziemer die Knochen heraus, doch daß daS Fleisch an einem Stücke bleibet; klopfe solches Fleisch mit einer Mörserkeule, daß es mürbe wird, ziehe es mit langem und FinMSdicken Speck durch, und b§ze es eine Weile in Eßig und Salz, Thimian,RoS- H r marin


