Ausgabe 
17.10.1775
 
Einzelbild herunterladen

Wochenblatt. m

Baume an, und benagen die Blatter und zartsten Knospen. Ich habe bemerket, daß diese Schnecken sich in großer Menge zur Morgens - und Abendzeit, wenn stark thauet, und besonders M regnichtem Wetter finden lassen. In meinem Garten hielten sie sich vocnemlich langst dem Graben, der an dessen Seite gezogen ist , und an dessen Rand rch die Betten von Hülsenftüchlen hatte anlegen müssen, weil der übrige Theil mit Obstbäumen besetzt war. Es war mir aber nicht möglich, sie für diese schädliche Thiere zu sichern, bis ich ihren oberwähnten Feind kennen lernte, der allein sie zu vertilgen vermögentz ist.

Von der Zeit an schonte ich meiner Frösche, und verbot meinenLeu- ten, ihnen Leid zu thun, damit ihre nützliche Schneckenjagd nicht gestöret werde. Ich kann versichern, daß.ich mich bey dieser Höflichkeit gegen die Frösche sehr wohl befunden, und meine Früchte , die jonft jährlich vielen Schaden litten, wohlbehalten habe. Vcrlchiedne Bemerkungen haben mich überführet, daß die Schnecken die angenehmste Nahrung für die Frösche sind; ihr Magen verdauet die Schale ganz wol , und das flüchtige Salz in diesen Schalen macht sie fett. ...

Ich habe geglaubt, den Gattenliebhabern ein Vergnügen dadurch zu erwecken, daß ich ihnen Lin so leichtes als sicheres Mittel, ihre Pflan­zen für die gefährlichsten Feinde ihres Wachsthums zu bewahren, milthei­le. Wenn aber zur Srrreichung einen wirklichen VortheilS nichts anders nöthig ist, als Thiergen, die uns nicht zur Last sind, ihr Leben zu lassen, so wäre es ja unartig und thöricht, sich darinn zuwider legen zu wollen.

Das tdrakek.

Als ich vor einigen Wochen Durch H.... reifete, und der bevorste­hende Abgang der Post mir nur wenige Stunden zu meiner Erfrischung -erstattete, so gieng ich nach einem Caffeehauße, um mich sowol durch Caffee, als auch durch die Gesellschastwieder aufzumuntern.

Ich fand Daselbst eine ziemlich großeVersammlung. Während daß ich meinen Caffee trank, führte ein Mann, den ich nicht weiter beschreiben kann, als daß sein Bauch zum Sitz eines Orakels gar bequem gewülbet war, und seine geheimnißvolle Minen eine ausnehmende Politik verriechen, T t r besinn-