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ttnige» , welche das leztere behaupten, oder der Seele nach dem Tode das Bewusiseyn absprechen, werden Seelenfchläfer gencnnt. Ich halte ei für überfiußig, den Ungrund dieses vermeinten SeelenschlaseS zu zeigen, weil der Schlaf der Seele mit der Wirksamkeit und dem WMsthume der we. sentlichen Vollkommenheit derselben nimmermehr bestehen kann. Vielleicht find auch nur meisten» diejenigen dieser Meinung beygekhan, welche den Schlaf lieben, und daher auch den Schlaf der Seelen für! eine Wohlkdat halten. Ich kann mich nicht überreden , dieser Meinung bevzutrelen, so lange ,ch mrch für uberjeugt halte, daß die menschliche Seele in Ansehung >brer wesentlichen Vollkommenheiten, die sie zu einem Geiste machen, mehr )u, als abnehme, und daher «inso langerund fester Schlaf, als man ihr andichtet, ihrer Wirksamkeit zuwieder sey. '
Wenn eine Seele nach dem Tode wachet, oder sich in dem Zustande deutlicher Vorstellungen befindet: so mu» sie entweder in vergnügten oder unangenehmen Umständen sich befinden. Eines von beyben mus man noth« wendig zugestehen, wenn man bedenket, daß eS einem vernünftigen Geschöpfe wesentlich ist, seine deutliche Erkenntnis, entweder auf angenehme, oder unangenehme Gegenstände zu lenken, und daraus entweder Vergnügen oder Misveegnügen zu schöpfen. Ein vollkommner Stand der Gleichgültigkeit, welchen etwan einige der Seele nach dem Tode andichten möchten, schicket sich mehr für ein Empfindungsloses Geschöpfe, al« für einen wachenden Geist, der sich mit der Vorstellung entweder guter, oder böler Dinge beschäftiget. Ist nun die Seele nach Dem Lode entweder in ver. gnugten, oder imsvergnügten Umständen, so ist sie entweder glücklich, oder Unglücklich ; und hieraus kann ich den Schluß ziehen, daß eine jede abqe. schiedne Seele entweder in Dem Himmel, oder in der Hölle sei) °td> darf nut bestimmen, was man unter beyden zu verstehen habe. Der Himme ist unstreitig der Zustand einer größern Glückseligkeit, als diejenige ist, De, r£'^lnMctlölwft,t Mensch auf Der Erde rheilbaft werden kann; und Die Hölle ist überhaupt gleichfalls nichts anders, als der Stand einer ardfiem Unglückseligkeit Es ist also ganz vernünftig, wen7 man' nach d ? «rstgegebenen Beschreibung, behauptet, daß ein tugendhafter Mensch nach Dem Tode in den Himmel, und ein lasterhafter in Die Hölle kommt ' 6m f» genannter starker Geist verräth qewiS seine Schwäche sehr, wenn er H.u'n«« undHölle für etwas erdichtetes auSgiebt, indem man die Wirk! kichkeit derselben mit oer Vernunft bereits begreifen kann. Nach Dem avqe.
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